Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Bieneninstitut Kirchhain

Aktionswoche „Bienenfreundliches Hessen“

Partnerschaft von Imkerei und Landwirtschaft fördern – Landwirtschaftsministerin Priska Hinz besucht Infotag auf dem Eichhof

Ohne die Bienen, keine Ernte: Landwirtinnen und Landwirte sind auf Bienen angewiesen. Zugleich brauchen bestäubende Insekten gerade auf dem Land bessere Lebensbedingungen“, erklärte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz beim Infotag „Landwirtschaft und Imkerei in Partnerschaft“ des Landesbetriebs Landwirtschaft (LLH) auf dem Eichhof. „Ich bin deshalb sehr froh, dass sich Landwirtinnen und Landwirte in ganz Hessen im Rahmen der Kampagne Bienenfreundliches Hessen engagieren und beispielsweise Blühstreifen anlegen“, so die Ministerin. Der Infotag auf dem Eichhof biete der Landwirtschaft wertvolle Anregungen und zeige auf, was für Bienen getan werden könne.

„Durch die enge Zusammenarbeit qualifizierter Fachleute sowohl für den Pflanzenbau als auch für die Bienenhaltung kann der Landesbetrieb Landwirtschaft wichtige Beiträge  zu einem verbesserten Bienenschutz leisten“, erklärte Landesbetriebsdirektor Andreas Sandhäger.

So konnten sich Besucherinnen und Besucher beim Infotag über geeignete Blühpflanzenmischungen für Bienen und Insekten informieren, Neuigkeiten über den Einsatz von alternativen, bienenfreundlichen Energiepflanzen erfahren oder Tipps zur Verwendung von speziellen Dropleg-Düsen zur bienenschonenden Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln im Raps bekommen. „All diese Maßnahmen können helfen, dass es den Bienen in Hessen besser geht. Denn die Wildbienen sind bedroht. Mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten in Deutschland stehen auf der Roten Liste“, so die Ministerin.

„Gerade durch die Kooperation zwischen Imkerinnen und Imkern und Landwirtinnen und Landwirten kann viel Gutes für die Bienen entstehen. Deshalb bin ich dankbar, dass der Hessische Bauernverband und der Landesverband Hessischer Imker Partner der Kampagne Bienenfreundliches Hessen sind“, so die Ministerin. 111 Landwirtinnen und Landwirte haben in Kooperation mit Imkervereinen zusätzlich Blühstreifen gelegt. Für solche und weitere bienenfreundliche Projekte von Vereinen hat das Landwirtschaftsministerium seit Start der Kampagne rund 27.000 Euro Lottomittel ausgezahlt.

Auch über das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen – kurz HALM – können bienenfreundliche Maßnahmen wie die Aussaat von ein- oder mehrjährigen, Blühstreifen Ackerrandstreifen, Ackerwildkrautflächen und Flächen zum Gewässer- und Erosionsschutz gefördert werden. 2016 wurden für diese Maßnahmen aus dem HALM-Programm 1,94 Millionen Euro bewilligt.

Bienenfreundliche Blühflächen haben Doppelfunktion

Die Ministerin besichtigte bei ihrem Besuch auf dem Eichhof auch Demonstrationsflächen mit geeigneten Blühpflanzenmischungen, die einen wichtigen Beitrag zur praktischen Information und Beratung der Landwirte leisten. Es geht bei diesen Blühpflanzenmischungen darum, durch die spätere Blüte den Bienen und anderen bestäubenden Insekten ein Nahrungsangebot nach der Rapsblüte zu bieten. Besondere Bedeutung besitzen in diesem Zusammenhang Pflanzen, die im Anschluss an die Blüte noch energetisch genutzt werden können. „Diese Blühflächen haben die Doppelfunktion Bienenweide und erneuerbarer Energielieferant“, so Hinz. Eine bienenfreundliche Energiepflanze stellt beispielsweise die Durchwachsene Silphie dar. Sie blüht von Juni bis September und erreicht zum Mais vergleichbare Biomasseerträge. Die Methanerträge liegen nur gering unter denen von Mais.

Aktuell wird im Hessischen Biogasforschungszentrum (HBFZ) am Standort Eichhof ein Verfahren zur flexiblen Vergärung auf Praxistauglichkeit erprobt. Mit diesem gestaffelten Verfahren sollen auch schwer abbaubare Substrate aufgeschlossen und schnell wechselnde Substrattypen verarbeitet werden. Daraus erweitert sich das für eine solche Anlage in Frage kommende Substratspektrum, was reichlich Potenzial für bestäuberfreundliche Alternativen zum Maisanbau schafft. „Es muss nicht immer Mais sein, um Biogas zu erzeugen“, resümierte die Ministerin.

„Sei es beim Energiepflanzenanbau oder bei der Anlage von Blühflächen: Ich danke den hessischen Landwirtinnen und Landwirten, die sich für Bienen und bestäubende Insekten engagieren. Maßnahmen zum Schutz der Bienen sind wesentlich für den Erhalt der Biodiversität und damit unserer Lebensgrundlage“, so die Ministerin abschließend.

Hintergrund

Die Kampagne Bienenfreundliches Hessen hat das Umweltministerium im März 2017 gestartet, um Nahrung und Lebensraum für bestäubende Insekten in Hessen zurückzugewinnen. An der Kampagne beteiligen sich der Landesverband Hessischer Imker, der Hessische Bauernverband (HBV), die Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen, das landeseigene Bieneninstitut, der deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund und das Netzwerk Blühende Landschaft. Gemeinsames Ziel ist es, für die Bienen und andere Bestäuber zu sensibilisieren und Lebensräume zurückzugewinnen.

Tipps, wie man sich für das Wohl der Bienen einsetzen kann, gibt es auf der Internetseite der Kampagne unter www.bienen.hessen.de.