Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Bieneninstitut Kirchhain

Konstruktiver Austausch im Sinne der Bienen

Kirchhain. Im Dezember traf sich der Arbeitskreis „Biene-Pflanze“, bestehend aus Vertretern des Pflanzenschutzdienstes Hessen, des Beratungsteams Pflanzenbau des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen(LLH) und des Bieneninstituts Kirchhain.

Blühstreifen, ein Nahrungsangebot für BienenDas Treffen dient dem Austausch über aktuelle Studien und Versuchen der jeweiligen Fachbereiche. Abseits der emotional geführten öffentlichen Diskussion, führt die Zusammenarbeit der Fachleute zu einem besseren Verständnis für den jeweils anderen Fachbereich und daraus resultierend eine optimierte Beratungspraxis.

Die richtige Mischung für die Bienen

Die Bereitschaft der Landwirte zur Anlage von Blühstreifen hat in letzten Jahren deutlich zugenommen. Dies ist u.a. auf die Förderung durch das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM) zurückzuführen. Auf diesem Weg soll das Nahrungsangebot der Bienen verbessert werden. Die angebotenen Mischungen sind aus Sicht der Imker jedoch teilweise unbefriedigend, da sie Problempflanzen wie z.B. Borretsch enthalten. Die in der Pflanze enthaltenen Alkaloide können zu Rückständen im Bienenbrot, der Nahrungsgrundlage der Larven, und im Honig führen. Eine aus Sicht der Bienen vorteilhaftere Auswahl hat das Bieneninstitut mit der Blühmischung „Hessen 1“ zusammengestellt. Diese wird im kommenden Jahr auf dem Eichhof angebaut und geprüft, damit auch aus pflanzenbaulicher Sicht eine Empfehlung ausgesprochen werden kann. Eine Zusammenarbeit mit dem Bauernverband bewertet die Arbeitsgruppe als vorteilhaft, um den Bekanntheitsgrad der bienenfreundlichen Blühmischung zu stärken. Für den weiteren Ausbau der Blühflächen und Blühstreifen bedarf es aus Sicht der Fachleute praxisgerechter Lösungen. Neben der Erhöhung des Bewertungsfaktors beim Greening ist insbesondere die ackerbauliche Eignung der verwendeten Blüharten festzustellen. Des Weiteren sollte der Aussaatzeitpunkt über den 31.03. hinaus flexibel gehandhabt werden dürfen. So könnte einerseits das Nahrungsangebot für Insekten ausgedehnt und andererseits eine Aussaat zu optimalen Saatbedingungen gewährleistet werden.

Psychologisches Problem der Blütenpacks

Beim Rapsanbau konnte im zurückliegenden Jahr bei der Blütenbehandlung auf eine Insektizidmaßnahme verzichtet werden, was auch in der Praxis überwiegend umgesetzt wurde. Die von der Industrie immer noch betriebene Vertriebspraxis, über „Blütenpacks“ Fungizid- und Insektizid Mittel gemeinsam anzubieten, wurde wiederholt kritisiert, da Sie dazu verleitet, diese in der Blüte einzusetzen, auch wenn keine Behandlung notwendig ist.

Auswirkung auf die Immunabwehr von Mauerbienen

Das Bieneninstitut in Kirchhain hat eine Untersuchung durchgeführt, bei der die Auswirkung von Thiacloprid, einem Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide, auf das Immunsystem von Mauerbienen untersucht wurde. Die Zahl der Wildbienen, zu denen auch Mauerbienen zählen, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark reduziert. Die Forschungsarbeit sollte Aufschluss darüber liefern, welchen Anteil die Belastung durch Pflanzenschutzmitteln beim Rückgang zuzurechnen ist. Es wurden praxisrelevante Konzentrationen von Thiacloprid verwendet, die von männlichen und weiblichen Mauerbienen aufgenommen wurden. Die im Vergleich zu den Weibchen, leichteren männlichen Bienen reagierten empfindlicher auf die Behandlung, was die geringere antimikrobielle Aktivität sowie reduzierte Zahl der Immunzellen zeigten. Die Weibchen zeigten demgegenüber keine negativen Auswirkungen auf Ihr Immunsystem. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass eine Untersuchung beider Geschlechter sinnvoll ist bei der Risikobeurteilung. Derzeit werden bei amtlichen Zulassungstest von Pflanzenschutzmitteln nur Mauerbienen-Weibchen getestet.

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