Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Bieneninstitut Kirchhain

Deutsches Bienenmonitoring (Debimo)

Das Deutsche Bienenmonitoring stellt eine weltweit einmalige, langfristige und umfassende Datensammlung zur Bienengesundheit dar. Sieben deutsche Bieneninstitute führen das Monitoring gemeinsam durch; das Projekt wird von Ländern und Bund gemeinsam finanziert.

Seit 2004 sammeln die Projektpartner ununterbrochen Daten zur Bienengesundheit bei ca. 1200 deutschlandweit repräsentativ ausgewählten Imkereibetrieben. Das Bieneninstitut Kirchhain ist seit dem Beginn des Bienenmonitorings beteiligt und betreut bei 12 Imkereien in Hessen jeweils einen Bienenstand, auf dem 10 Völker kontinuierlich beobachtet werden.

Ein Mitarbeiter des Instituts begutachtet jedes dieser Völker mehrmals im Jahr, beurteilt die Volksstärke und den allgemeinen Gesundheitszustand und entnimmt Proben von Bienen, Honig, Bienenbrot oder Winterfutter.

Im Labor untersuchen wir die Proben auf Parasiten und Krankheitserreger (Varroamilben, Nosema-Sporen, Tracheenmilben, verschiedene Bienenviren sowie Faulbrutsporen). Das Bienenbrot wird aufbereitet du an der LUFA Speyer auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Varroamedikamenten untersucht. Dabei können geringste Mengen von über 300 verschiedenen Substanzen nachgewiesen werden.

Die Ergebnisse aus bisher zwölf Projektjahren zeigen sehr deutlich einen klaren Zusammenhang zwischen der Varroabelastung der Völker zum Zeitpunkt des Einwinterns und dem Überwinterungserfolg. Bei hohen Milbenzahlen steigt auch das Infektionsrisiko für einige Bienenviren an. Besonders gefährlich sind hier das Akute Bienenparalysevirus (ABPV) und das Flügeldeformationsvirus (DWV). Völker mit diesen beiden Viren haben deutlich höhere Winterverluste als Völker ohne Virus. Dagegen hat sich gezeigt, dass andere Krankheiten, zum Beispiel Nosema, kaum eine Rolle als Verlustursache spielen.

Rückstandsuntersuchungen haben ergeben, dass bis zu 70 Wirkstoffe regelmäßig im Bienenbrot auftreten. Besonders solche Pflanzenschutzmittel, die im Rapsanbau verwendet werden, können regelmäßig nachgewiesen werden. Die meisten Wirkstoffe treten jedoch nur in sehr geringen Mengen auf. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Völkerverlusten und Pestizidrückständen konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Auf der Homepage bienenmonitoring.org finden Sie eine umfassende Darstellung des Projekts und ausführliche Berichte zu den bisherigen Ergebnissen.