Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Bildungsseminar Rauischholzhausen

Tag der Landwirtschaft trifft auf großes Interesse

Nach einer einjährigen Pause fand in diesem Jahr der „Tag der Landwirtschaft in Mittelhessen“ in der Universität in Gießen statt. Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Regierungspräsidium Gießen, dem Landesbetrieb Landwirtschaft, der Universität Gießen und dem hessischen Landfrauenverband. Der diesjährige Rahmen stand unter dem Thema „Konfliktfeld Landwirtschaft – Zwischen Romantik und Wirtschaftlichkeit“. Rund 160 Gäste folgten der der Einladung.

Herr Dürnberger referiert über Kontroversen zwischen Realität und Wunschdenken im Bezug auf landwirtschaftliche Produktion
Herr Dürnberger referiert über Kontroversen zwischen Realität und Wunschdenken im Bezug auf landwirtschaftliche Produktion

Herr Dürnberger, Philosoph an der veterinärmedizinischen Universität Wien, ging in seinem Impulsvortrag auf die Erwartungshaltung der Bevölkerung gegenüber der Landwirtschaft ein. Die heutige Art Landwirtschaft zu betreiben, ist gesellschaftlich umstritten, was zahlreichen Artikeln in der Boulevard Presse und dem TV zu entnehmen sei. Demgegenüber zählt die Landwirtschaft nach einer Umfrage zur dritt wichtigsten Berufsgruppe in Deutschland und erhält eine hohe Wertschätzung.

Dies liegt im Rückblick des vergangenen Jahrhunderts, unter anderem auch daran, dass es die Landwirtschaft mit der Steigerung der Produktion geschafft hat eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. Neben der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln, existieren nun seitens der Bevölkerung zusätzliche Erwartungen an die landwirtschaftliche Produktion.  Themen wie  Umwelt- und Klimaschutz, aber auch Tierwohl und Tierschutz, spiegeln insbesondere die heutigen, gesellschaftlichen Werte in der Gesellschaft wieder.

Die Vertreter der vier Veranstalter des Tag der Landwirtschaft (v.l.n.r.)<br />
Andreas Sandhäger (LLH), Gudrun Stumpf (Landfrauen Verband), Dr. Christoph Ulrich (Regierungspräsident Regierungsbezirk Gießen),<br />
Prof. Dr. Klaus Eder (Dekan der Universität Gießen)
Die Vertreter der vier Veranstalter des Tag der Landwirtschaft (v.l.n.r.)
Andreas Sandhäger (LLH), Gudrun Stumpf (Landfrauen Verband), Dr. Christoph Ulrich (Regierungspräsident Regierungsbezirk Gießen),
Prof. Dr. Klaus Eder (Dekan der Universität Gießen)

Durch die zunehmende Entfremdung von der Art wie landwirtschaftliche Produkte entstehen bzw. vor der Verarbeitung aussehen, kommt es zum Teil auch zu verzerrten Erwartungen und Interpretationen.  So entstehen z.B. Konfliktfelder insbesondere bei der Beurteilung von landwirtschaftlichen Bildern, die je nach Blickwinkel, eines Experten (Landwirt) oder eines Außenstehenden (Bürger), komplett verschieden interpretiert werden. Oftmals werden die selbigen Maßstäbe wie bei Haustieren angelegt, wobei die wirtschaftlichen Aspekte in den Hintergrund geraten.

Das Bild der Landwirtschaft beim Bürger spiegelt auch, den Wunsch wie sein Leben sein sollte. Er entzieht sich mit einer Projektion, in welcher er selbst Landwirt wäre, der Probleme des leben und arbeiten im städtischen Raum, hin zu einer angenehmen und gesunden Lebensweise mit sinnhafter Arbeit. Auch hierbei werden die Herausforderungen des wirtschaftlichen Handelns ausgeblendet.

Aus Sicht von Dürnberger braut sich ein Gewitter zusammen, in der Kommunikation der Schlüssel zur gemeinsamen Lösung sei. Dafür müsse man jedoch über den Blickwinkel der Bevölkerung informiert sein, um die richtigen Argumente zu finden.

Nach der Mittagspause wurden zwei gleichzeitig stattfindende Veranstaltungsblöcke angeboten. Zum einen mit Themenschwerpunkt des Pflanzenbaus und zum anderen der Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft.