Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Landgestüt Dillenburg

Nach Sanierung: Prinzenhaus des Landgestüts Dillenburg feierlich eingeweiht

Nach dem Reithaus erstrahlt nun auch das 1772 erbaute Prinzenhaus des Landgestüts Dillenburg wieder in neuem Glanz. Damit konnte ein weiterer Meilenstein im Sanierungsplan des Landgestüts umgesetzt werden.

Im Rahmen der 1,4 Mio. Euro teuren Sanierung wurden umfangreiche Arbeiten zum Erhalt des Gebäudes durchgeführt. So hat die Fassade einen neuen Anstrich bekommen und setzt einen neuen farblichen Akzent in der Wilhelmstraße. Hinzu kamen Arbeiten für eine moderne Elektroinstallation und die Erfüllung neuer Brandschutzauflagen. Außerdem wurde die Dachkonstruktion ausgebessert und teilweise erneuert. Durch die Herausnahme einer Trennwand hat der Prinzensaal seine ursprüngliche Größe zurück erhalten. In diesem Zuge wurden auch die aufwendigen Stuckarbeiten restauriert.

Hausherr Sandhäger lobte das gute Zusammenspiel vieler Hände

Dem Hausherrn Andreas Sandhäger, Direktor des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH), war es eine große Freude, zahlreiche Gäste zur Einweihung der Räumlichkeiten im Prinzenhaus begrüßen zu dürfen. Neben Michael Lotz, Bürgermeister von Dillenburg und gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins des Landgestüts und Klaus-Achim Wendel, erster Stadtrat der Stadt Dillenburg, waren viele weitere Vertreterinnen und Vertreter der heimischen Politikszene der Einladung zur Einweihung des „neuen“ Prinzenhauses gefolgt. Aus dem Bereich der Landwirtschaft mischten sich Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes sowie Dr. Wolfgang Kubens und Robert Kuypers, beide Vertreter des hessischen Pferdesportverbandes, unter die rund 75 Gäste. Besonders freute sich Sandhäger auch über die zahlreichen Vertreter der an der Sanierung beteiligten Firmen. Dies zeige, dass die Arbeiten im Gestüt mehr als ein normaler Bauauftrag seien und dass nur durch das Können, die Erfahrung und das gute Zusammenspiel der vielen Hände ein Werk in dieser Form gelingen könne.

Zeitplan und Budget wurden eingehalten

Sandhäger hob auch die ausgesprochen gute Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) und dem Architekturbüro Werner heraus. Dem großen persönlichen Engagement der vor Ort handelnden Personen, Wolfgang Schäfer vom Architekturbüro und Friedhelm Dorndorf vom LBIH, sei es zu verdanken, dass die Baumaßnahmen in Dillenburg in dieser Art abgearbeitet werden konnten. Zeitplan als auch Budget wurden eingehalten.
Die gute Kooperation lobte auch Thomas Platte, Direktor vom LBIH. Die Landesregierung wisse um die Erhaltungswürdigkeit ihrer historischen Gebäude. Wichtig sei jedoch auch immer eine entsprechende Nutzung, welche hier in Dillenburg gewährleistet sei.

Dorndorf wies in seiner Rede auf die gute und wichtige Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege hin. Sein Dank galt den Anwesenden, Susanne Milch und Udo Schreiber, von der Bau- und Kunstdenkmalpflege. So habe man zum Beispiel lange darüber gerätselt, ob im Prinzensaal wohl früher Kronleuchter gehangen hätten. Letztlich konnte man sich auf eine dezente, moderne Form der Beleuchtung einigen, die sich sehr harmonisch in den Raum einfügt.

Prinzenhaus soll wieder mit Leben gefüllt werden

Im Erdgeschoss des Prinzenhauses befindet sich nach dem Umbau die Verwaltung des Landgestüts. Die erste Etage soll in Zukunft als Veranstaltungsort genutzt werden. Von der hervorragenden Akustik der Räume konnten sich die Gäste an diesem Abend selbst überzeugen. So wurde passend zum spätbarocken Baustil des Gebäudes die Veranstaltung vom Ensemble Colorito aus Frankfurt begleitet, welches mit seinen Interpretationen frühbarocker Musik überzeugte. Auch der ein oder andere weitere musikalische Leckerbissen dürfte zukünftig im Prinzenhaus zu hören sein.

Der Einbau einer modernen Küche bietet in Zusammenarbeit mit einem Cateringbetrieb nun auch die Möglichkeit der Bewirtung. Dies dürfte das Prinzenhaus nicht nur als Standesamt der Stadt Dillenburg noch attraktiver machen: Unter den Gästen wurden am Abend bereits weitere Nutzungsformen besprochen und sogar Termine für Geburtstagsfeiern vereinbart. Der Raum könnte zum Beispiel auch für Lesungen oder die von LLH-Direktor Sandhäger angeregten Kamingespräche genutzt werden. „Mit „unserem“ Gestüt gibt es wieder einen attraktiven Veranstaltungsort, den es nun mit Leben zu füllen gilt.“, so Bürgermeister Lotz.

Wie kam das Prinzenhaus zu seinem Namen?

Das im spätbarocken Baustil errichtete Haus in der Wilhelmstraße 24 wurde 1803 an den Prinzen Wilhelm V. von Oranien verkauft und erhielt so im Volksmund den Namen „Prinzenhaus“. Immer wenn der oranische – oder spätere nassauische Landesherr – nach Dillenburg kam, bezog er sein Quartier in diesem Haus. Später diente es den französischen Besatzern als Gerichtsgebäude und in jüngster Vergangenheit wurde es als Wohnung vom Landstallmeister genutzt.