Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Landwirtschaftliche Fachschulen

Fachschüler in Griesheim präsentieren Ergebnisse Ihrer Projektarbeiten – VLF Aereboenia Starkenburg spendet Startkapital

Griesheim. An der landwirtschaftlichen Fachschule in Griesheim haben die Schüler Ende März die Ergebnisse Ihrer Projektarbeiten vor Vertretern des Kollegiums und des Berufsstandes präsentiert.

Vorstellung Produktpalette
Projektideen für die Zukunft ihrer Betriebe präsentierten die Fachschüler der Friedrich-Aereboe-Schule in Griesheim, vor den prüfenden Augen der Fachschullehrer. Im Rahmen des Unterrichtes entwickelten die Schüler Projektideen, die sie anschließend selbstständig in der Praxis durchführen und bewerten mussten.
Im Rahmen des Projektunterrichts erhielten die Schüler die Aufgabe, sich in mehrere Fachteams aufzuteilen und selbstständig Projektideen mit landwirtschaftlichem Fachbezug zu entwickeln, durchzuführen und anschließend zu präsentieren. In diesem Jahr waren die Ideen so vielfältig, dass sich sieben Projektteams zusammenschlossen, die zu verschiedenen Problemstellungen in den Betrieben Lösungsansätze entwickelten.

Produktion von Erdbeermarmelade

Das Projekt „Ist die Erdbeermarmeladenproduktion rentabel?“ haben Moritz Münch aus Groß-Umstadt und Manuel Seibert aus Schaafheim-Radheim vorgestellt. Sie verfolgten mit Ihrem Projekt das Ziel, die bereits vorhandene Marmeladenherstellung auf dem Betrieb Münch hinsichtlich Ihrer Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Dazu stellten sie zunächst selbst Marmelade her, mit den Geschmacksrichtungen Erdbeere pur sowie jeweils ergänzt durch Vanille oder Rhabarber. Die Abfüllung der Rhabarbermischung stellte die Schüler zunächst vor ein Problem, da die Fruchtstücke den Auslass verstopften. Auch bei der Dosiermenge der Vanille wurde eine Herausforderung sichtbar, um Einsatzkosten und Geschmackintensität in Einklang zu bringen. Die Vermarktungsphase erfolgte anschließend über den Hofladen der Familie Münch. Als Ergebnis fassten die beiden Schüler zusammen, dass sie aus Mangel an Erfahrung viel Zeit für die Herstellung benötigten, die jedoch mit zunehmender Routine abnehmen würde. Darüber hinaus sei eine wirtschaftliche Produktion von Marmelade aus Ihrer Sicht nur mit Erdbeeren der Klassifizierungsstufe 2 möglich.

Fütterungsversuche bei Masthähnchen

Die Durchführung eines Fütterungsversuches bei verschiedenen Masthähnchen-Rassen hatte sich die Projektgruppe von Joscha Gerhardt aus Biebesheim, Jonathan May aus Bad Orb und Frederic Witt aus Eltville vorgenommen. Durch die Vogelgrippe im vergangenen Jahr waren jedoch zunächst keine Küken verfügbar und so musste die Gruppe auf fünf Wochen alte Hähnchen zurückgreifen. Diese wurden dann in zwei Gruppen im Betrieb von Familie Witt aufgestallt und nach 25 Tagen geschlachtet. Die beiden Gruppen zeigten trotz gleicher Lebensbedingungen und Fütterung deutliche Unterschiede bei der Futterverwertung sowie Tageszunahmen. Die Schüler fanden hierfür keine Begründung. Die anschließende Vermarktung wurde mit vorgefertigten Bestellzetteln durch die Projektgruppe organisiert. Eine bestimmte Zeitspanne am vorgegebenen Abholtag reduzierte die benötigte Arbeitszeit und wirkte sich positiv auf den Deckungsbeitrag aus. Für die Kalkulation des Verkaufspreises erwies sich die Nähe zum Rheingau positiv, die eine höhere Zahlungsbereitschaft zuließ, schlussfolgerten die Schüler.

Der Weg vom Korn zum Brot

Einen komplett neuen Ansatz für den Projektunterricht wählten Lars Kröll aus Niddatal-Bönstadt und Julian Zinn aus Limeshain-Hainchen mit Ihrer Projektidee „Vom Korn zum Brot“. Dem Wissensverlust über den Ursprung der Lebensmittel wollten sie entgegenwirken, indem ein Unterrichtskonzept am Beispiel des Getreideanbaus und der Brotherstellung entwickelt wurde. Hierfür informierten sie sich zunächst in einer Mühle und anschließend bei einem Bäcker über die einzelnen Arbeitsprozesse. Es wurde ein Lernplan mit Arbeitsblättern erstellt, der an Lehrer der dritten bis achten Klasse in Form einer Projektmappe weitergegeben werden kann. In Obstkisten ausgesäte Exponate dienten der Auflockerung des Unterrichts. Die Lehrprobe in einer Grundschule fand so großen Anklang, dass die beiden Parallelklassen auch mit je einer Unterrichtseinheit berücksichtigt wurden. Auch in der ländlich gelegenen Grundschule bedarf es der Vermittlung von Zusammenhängen zur Nahrungsmittelerzeugung, zogen die Fachschüler ihr Fazit. Die weitere Verwendung der Projektmappe, z.B. durch die Landjugend, könne dazu beitragen mehr Verständnis für die Arbeit der Landwirte zu vermitteln.

Freilandschweine halten und vermarkten

Das Projektteam von Gregor Heleine aus Über-Ramstadt-Rohrbach und Stefanie Hoffmann aus Gräfenhausen hat die Haltung und Vermarktung von Freilandschweinen präsentiert. Vor dem Hintergrund der Afrikanischen Schweinepest äußerte sich das Veterinäramt zunächst ablehnend gegenüber dem Projekt. Auch die Suche eines geeigneten Züchters stellte zunächst eine Schwierigkeit dar. Aufgestallt wurden die fünf schwäbisch-hällischen Schweine auf dem Betrieb von Familie Hoffmann, die bereits Schweinemast betreiben. Anfängliche Bedenken, dass die Tiere schnell verfetten würden, zeigten die Ergebnisse der Probeschlachtung von zwei Tieren nach 96 Masttagen nicht. Auffällig war die geringere Muskelfülle gegenüber konventionell gemästeten Tieren. Die verbleibenden Schweine wurden erst nach 144 Tagen geschlachtet. Sie verzeichneten einen deutlich schlechteren Deckungsbeitrag als die ersten Tiere. Die Werbung für die anschließende Vermarktung erfolgte mit Bildern und Videos der Schweine über die Sozialen Medien. Abschließend konnten die beiden Schüler festhalten, dass die gute Fleischqualität große Resonanz erfuhr und das Fleisch von Freilandschweinen auf ein allgemein geringes Angebot traf.

Bau eines Futteranschiebers

Den Bau eines Futteranschiebers stellten die Projektpartner Andreas Fritsch aus Groß Zimmern, Alexander Glenz aus Erbach, Georg Hermes aus Groß-Umstadt und Florian Kloss aus Gau-Bischofsheim vor. Das Futteranschieben von Hand ist eine anstrengende und zeitaufwendige Arbeit, die mehrmals am Tag im Betrieb von Familie Fritsch erfolgen muss. Deshalb bauten die Schüler aus einem Schlepperreifen einen Futteranschieber, um die Arbeit zukünftig mit dem Hoflader zu ermöglichen. Die einfache und schnelle Aufnahme der Konstruktion über den Frontlader, war ein wichtiges Detail bei der Entwicklung. Ein im inneren des Reifen angebrachter Ring ermöglicht es jeden beliebigen Reifen zu verwenden und verhindert gleichzeitig das Ausreißen der Schrauben an der Reifenoberseite. Die dreiprozentige Neigung des Reifens zum Futtertisch sorgt für die korrekte Drehrichtung. Unter Berücksichtigung der Arbeits- und Materialkosten belief sich der Wert des Anschiebers auf über 500 €. Damit konnten die Schüler den Preis im Handel deutlich unterbieten, der bei 900 -1500 € liegt.

Von der Milch zum eigenen Käse

Niedrige Milchpreise auf dem elterlichen Milchviehbetrieb inspirierten Marlene Mayer aus Otzberg-Harbitzheim und Ihre Mitschülerin Wiebke Jung aus Ober-Ramstadt zu Ihrer Projektidee. Ihre Zielsetzung war es, über einen Käserei Lehrgang Kenntnisse zur Verarbeitung zu erlangen und diese anschließend praktisch zu erproben. Die Entscheidung zur Herstellung von Frischkäse lag begründet in der kurzen Reifezeit und dem geringeren Aufwand gegenüber Hartkäse. Rückblickend wurde der Aufwand von den Schülerinnen als gering beurteilt, wobei die Wartezeiten zwischen den einzelnen Verarbeitungsschritten, insbesondere das Abtropfen, die Arbeitszeit erhöhten. Die höhere Wertschöpfung gegenüber Rohmilch macht die Käseproduktion zu einer interessanten Einkommensalternative. Auflagen durch das Veterinäramt und Investitionskosten erschweren jedoch die Umsetzung. Eine mögliche Alternative hierzu stellt eine mobile Hofkäserei dar.

Bau von Hindernissen für Miniaturpferde

Die Gruppe von Verena Bernhard aus Ober-Ramstadt und Christoph Breithaupt aus Groß-Zimmern hatten den Bau von Hindernissen für das Miniaturpferd der Schülerin zum Projektziel. Hindernisse für normalwüchsige Pferde sind zu groß bzw. schwer und die Anschaffung eines Parcours ist sehr teuer. Einen sicheren Stand der 1,20 m hohen Sprünge erreichten sie durch einen vierfüßigen Ständer. Die Stangendurchmesser wurden an der Größe der Hufe ausgerichtet. Der abschließende Preisvergleich mit einem Online Angebot wies eine Differenz zu den selbsterstellten Exponaten von über 600 € auf. Dies veranlasste die Schüler eine Auftragsherstellung zu kalkulieren, da die kleinen Sportgeräte auch als Kinderspielzeug angeboten werden könnten. Den errechneten Arbeitslohn von 15 € je Stunde  bewerteten sie als angemessen.

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