Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Bauern zeigen sich interessiert an Lösungsansätzen zum Glyphosatverzicht

Mit ihrer Veranstaltung „Bodenbearbeitung im Umbruch“ präsentierten die Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB) und der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) in Buseck Lösungsansätze für die Stoppelbearbeitung bei Glyphosatverzicht.

Zweihundertsechzig Landwirte und landwirtschaftliche Berater informierten sich vergangene Woche bei der Vortragsveranstaltung mit anschließender Maschinenvorführung, wie mit intensivierter mechanischer Unkrautbekämpfung die Direktsaat zukünftig noch möglich wäre. Der Direktor des LLH, Andreas Sandhäger, betonte, dass innerhalb der nun fünfjährigen Gnadenfrist Lösungen erarbeitet werden müssten, da die Gesellschaft die Frage stelle, wie der Pflanzenschutzmitteleinsatz weiter reduziert werden könne. Für die konservierende Bodenbearbeitung heiße dies, dass es im resultierenden Maßnahmenmix im Extremfall einen hundertprozentigen Verzicht auf den Pflug nicht mehr geben würde.

Tagung Bodenbearbeitung
Referenten und Veranstaltungsteam der Tagung
Probleme mit Erosion, Auswaschung von Nährstoffen und ein verstärkter CO2 Ausstoß auf Grund des intensiveren Maschineneinsatzes wären die Folgen, wenn auf ein Totalherbizid zukünftig verzichtet würde, stellte Dieter Fuchs, Vorsitzender des Arbeitskreis Hessen der GKB, heraus.
Zukünftig müsse stärker drauf geachtet werden, Fehler bei pfluglosen Anbausystemen zu vermeiden. Günter Stemann von der Fachhochschule Südwestfalen nannte in diesem Zusammenhang enge Fruchtfolgen. Ein kontinuierlicher Wechsel von Halm- und Blattfrucht, sowie einen Weizenanteil von unter 50 % seien in der Fruchtfolge anzustreben. Eine Häcksellänge von maximal 5 cm und eine gleichmäßige Strohverteilung seien Voraussetzungen für eine optimale Stoppelbearbeitung. Es gelte darauf zu achten, dass Ernterückstände verrotten und sich anschließend gut in den Boden einmischen ließen. Damit würde eine restlose mechanische Entfernung des Strohs als Überträger von Krankheiten und anderen Problemen sichergestellt werden.

Die Entscheidung zur Mulchsaat sei verbunden mit Zielkonflikten, stellte Michael Pokriefke, Konstruktionsbüro seed2soil, heraus. Landwirte müssten demnach entscheiden, ob sie die Strohrotte, das Auflaufen von Ausfallsamen oder die Bodenfeuchtigkeit fördern wollten.
Unklar sei nach Aussage der Praktiker derzeit noch, wie hoch sich die Mehrkosten beliefen, die sich aus höheren Maschinen- und Kraftstoffkosten sowie zusätzlicher Arbeitszeit beim Verzicht auf ein Totalherbizid ergäben.

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