Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Schwefelbedarf und Düngungsempfehlung für einzelne Kulturarten

Pflanzen können Stickstoff nur effizient nutzen und in Proteine umwandeln, wenn ihre Schwefelzufuhr gesichert ist. Der Schwefelbedarf kann durch organische Düngung alleine nicht gedeckt werden, da der Schwefel organisch gebunden ist!

Auswahl unterschiedlicher Schwefeldünger (Gehalte in kg/100 kg Dünger)

Düngemittel

N

N-NO3

N-NH4

Amid N

P2O5

K2O

MgO

S

CaO

Blattdünger

Netzschwefel

80

Bittersalz (EPSO-Top)

16

13

SSA

21

21

24

Stickstoffdünger

Ammonsulfatsalpeter

26

7

19

14

-51

SSA

21

21

24

-63

Entec

26

7

19

13

-51

Harnstoff (Urea – S)

38

38

7

-64

Piamon

33

10

23

12

-66

AHL mit Schwefel

28

7

7

14

5

-31

AHL mit Schwefel (Piasan)

24

6

6

12

3

-31

Kemira-N plus, Yara-Sulfan

Dynamon S

24

12

12

6

-23

Sonstige Mineraldünger

Kieserit

28

22

40er Kornkali

40

6

4

Kalimagnesia

30

10

23

Kaliumsulfat

50

18

Superphosphat

18

12

PK 16 + 16

16

16

7

Thomaskali (8-15-6)

8

15

6

4

21

Schwefellinsen

90

Volldünger

13+13+21

13

5

8

13

21

2

-13

15+15+15

15

6

9

15

15

2

-14

6+12+18

6

2,5

3,5

12

18

6

-11

13+9+16+4

13

4

9

9

16

4

8

-13

Beispiele für die Mengenbemessung

  Nährstoffgehalt 40 kg Schwefel/ha 50 kg Schwefel/ha
Dünger N S Menge dt/ha N kg/ha Menge dt/ha N kg/ha
SSA 21 24 1,7 35 2,1 44
ASS 26 14 2,9 74 3,6 93
Piamon 33 12 3,3 110 4,2 138
Yara Sulfan 24 6 6,7 160 8,3 200
Urea-S 38 7 5,7 217 7,1 271

Schwefelbedarf- und Düngungsempfehlung einzelner Kulturarten in kg S/ha

Kulturarten

Ertragserwartung

Empfehlung

Schwefel in kg/ha

niedrig

mittel

hoch

Kohl

60 – 70

70 – 80

80 – 90

70 – 80

Raps

40 – 50

50 – 60

60 – 70

40 – 50

Zuckerrüben

22 – 24

25 – 27

30 – 32

0 – 15

W.-Weizen

14 – 15

15 – 18

18 – 21

10 – 20

W.-Gerste

16 – 17

17 – 21

21 – 23

15 – 20

Hafer –So.-Gerste

13 – 16

16 – 18

18 – 20

10 – 15

Silomais

20

25

30

0 – 15

Grünland

0      – 30

Schwefeldüngung zu Getreide

Der Schwefelbedarf von Wintergetreide liegt bei ca. 20-30 kg S/ha. Besonders auf leichteren Böden sind im Frühjahr Mangelsymptome festzustellen. Für eine Düngung ist es dann i.d.R. zu spät, egal ob sie mineralisch erfolgt oder eine Verbesserung der Versorgungssituation durch Blattdünger angestrebt wird. Besonders empfindlich reagiert Wintergerste auf S-Mangel, dies kann auf das schlechtere Nährstoffaneignungsvermögen der Kultur zurück geführt werden.
Auch in Triticale konnte in den letzten Jahren, auf leichteren Böden, S-Mangel festgestellt werden. Roggen und Winterweizen reagieren etwas weniger auf S-Mangel, aber unter bestimmten Bedingungen kann man erste Mangelsymptome auch bei diesen Kulturen feststellen.

Zumindest auf leichteren Böden ist grundsätzlich eine Schwefeldüngung bei Wintergetreide anzuraten. Da ein Nachdüngen bei Auftreten von Mangelsymptomen nicht mehr ausreichend wirksam ist, muss nach dem Vorsorgeprinzip gehandelt werden. Die angesprochenen Mengen in Höhe von 20-30 kg S/ha zum Vegetationsbeginn reichen in den meisten Fällen aus, um den Schwefelbedarf zu decken.

Schwefeldüngung zum Winterraps

Raps hat im Vergleich zum Getreide einen ca. dreimal so hohen Schwefeldüngebedarf. Deshalb kann es schnell zu einer Unterversorgung kommen.

Bereits in der ersten Gabe sollten die Rapspflanzen mit Schwefel versorgt werden.

Zielgröße ist ein Gesamtbedarf von mindestens 40 besser 50 kg Schwefel pro ha.

Um eine zügige Wirkung zu gewährleisten, bieten sich Dünger mit schnell löslichem Sulfat-Schwefel an. Schwefel in leicht löslicher Sulfat-Form verhält sich im Boden wie Nitratstickstoff.

Zur Schwefeldüngung (incl. N-Düngung) bieten sich unter anderem ASS, SSA, Piamon, Sulfan und andere an.

 

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