Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Eiweißinitiative

Tipps für das Striegeln von Ackerbohnen und Körnererbsen

Ackerbohnen (AB) als auch Körnererbsen (KE) weisen eine relativ langsame Jugendendwicklung auf und können somit Unkräuter und -gräser schlecht unterdrücken. Daher ist bei gegebenem Druck eine, i.d.R. mehrfache, Regulierung anzuraten. Je nachdem, ob bereits in der Schönwetterperiode im Februar oder später, Ende März, AB bzw. KE gesät worden sind, können die Flächen jetzt Blind- bzw. im Nachauflauf gestriegelt werden.

Allgemeine Hinweise zum Striegeln

Abb. 1
Abb. 1: Umgelegter Unkrautkeimling, Erdbedeckung händisch weggeschoben
Um einen kulturschonenden Striegeleinsatz, ohne Herausziehen von AB- oder KE- Keimlingen, zu ermöglichen, ist eine ausreichende, insbesondere gleichmäßige Tiefenablage der Kulturpflanzen, sowie eine ebene Bodenoberfläche wichtig. Schäden an der Kulturpflanze können beim Striegeln nicht gänzlich vermieden werden. Um Beeinträchtigungen entgegenzuwirken, sollte die Saatstärke um ca. 10 % erhöht werden (z.B. von 45 auf 50 kf. Kö./m²). Wenn mehr als zwei Striegelgänge im Nachauflauf geplant sind, auf über 10 %.

Die Wirkungsweise des Striegels basiert zum größten Teil auf seiner verschüttenden Wirkung. Das heißt durch ein „Umlegen“ der Unkrautkeimlinge mit nachfolgender Erdbedeckung, werden diese bekämpft (siehe Abb. 1). Um hohe Wirkungsgrade zu erreichen, sollte sich der Boden in einem schüttfähigen Zustand, und die Unkräuter/-gräser maximal im Keimblattstadium befinden (siehe Abb. 2).

Abb. 2: Unkraut in Körnererbsen im Keimblattstadium
Abb. 2: Unkraut in Körnererbsen im Keimblattstadium
Das Arbeitsergebnis des Striegelns wird hauptsächlich durch die Parameter Arbeitstiefe, Fahrgeschwindigkeit und Anstellwinkel des Zinken beeinflusst. Diese haben einen Einfluss auf die verursachte Erdbewegung. Dabei liegt die Arbeitstiefe zwischen 1 – 3 cm (je nach Einsatzzeitpunkt), die Fahrgeschwindigkeit zwischen 2 und 10 km/h (noch höhere Fahrgeschwindigkeiten bringen arbeitswirtschaftliche Vorteile, können aber die Kulturpflanze stärker schädigen) sowie der Anstellwinkel des Striegelzinkens bei 90° zur Bodenoberfläche.

Wird nach dem Auflaufen der Kulturpflanze gestriegelt, sollte dies nach Möglichkeit bei sonnigem Wetter in den Nachmittagsstunden durchgeführt werden, da so zum einen eine gewisse Elastizität der Kulturpflanzen vorliegt und die bekämpften Pflanzen besser vertrocknen. Einsatztage auf welche mehrere Nächte mit Frost (ca. 3) sowie größere Mengen Niederschlag folgen, sollten vermieden werden: Frost stresst zusätzlich die Kulturpflanzen, Wasser fördert ein Wiederanwachsen ausgerissener Unkräuter.

Einsatzempfehlungen in AB und KE

Abb. 3
Abb. 3: Unbeschädigter Erbsenbestand
Beim Blindstriegeln kann eine starke Striegeleinstellung und hohe Fahrgeschwindigkeit gewählt werden, sofern die Körnerleguminosenkeimlinge nicht kurz vorm Durchstoßen sind. Mit der nötigen Vorsicht (2 – 4 km/h Fahrgeschwindigkeit, schwächerer Zinkendruck) können allerdings sowohl AB als auch KE schon während dem Auflaufen gestriegelt werden (siehe Abb. 3). Dabei ist bei hohem Unkrautdruck auch ein leichtes Verschütten der Kulturpflanzen möglich ohne allzu starke Ertragseinbußen befürchten zu müssen. Wenn AB und KE das dritte Blattpaar entfalten, kann wieder aggressiver gefahren werden. Beendet wird das Einsatzfenster bei AB ab einer Wuchshöhe von ca. 15 cm sowie ab dem Verranken der KE.

Grundsätzlich kann von einem erfolgreichen Striegelgang gesprochen werden, wenn ca. 80 – 90 % des Unkrauts verschüttet oder ausgerissen ist, und dabei weniger als 10 % der Kulturpflanze abgebrochen oder herausgezogen werden. Da durch die Erdbewegung während des Arbeitsganges weitere Samen zur Keimung angeregt werden, ist mit weiteren Überfahrten zu rechnen.

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