Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

Sortenempfehlungen Winterraps

In den letzten Jahren wurden zwar viele Rapsflächen mit TS-Gehalten unter 9 % geerntet, dennoch wiesen diese Bestände im unteren Stängelbereich noch sehr viele grüne Schoten auf. Hier wurde viel Ertrag verschenkt. Wer diese Erfahrung teilt, sollte darüber nachdenken, ggf. zwischen Raps- und Getreidedrusch zu wechseln – auch wenn das Schneidwerk jeweils umzubauen ist. Alternativ hierzu sind bei der Sortenwahl früh abreifende Rapssorten auszuwählen.

Die folgenden Sortenempfehlungen sind nach der Beurteilung der Verticillium-Anfälligkeit der Sorten in einer 3- oder 4-jährigen Fruchtfolge aufgeführt. Selbstverständlich können die empfohlenen Sorten aus der 3-jährigen Fruchtfolge auch in einer weiter gestellten Fruchtfolge eingesetzt werden.

Anbaubedingungen Rapsanbau
max. alle 4 Jahre
Rapsanbau
langjährig alle 3 Jahre
Normaler Saattermin, günstige Bestellbedingungen, Mulchsaat nach Winter-Gerste Avatar (H)

DK eXstorm (H)

Arsenal (H)

Marathon (H)

Marathon (H)

Penn (H)

Flyer (H)

Basalti CS (H)

Patron (L)

Graf (H)Probe

Comfort (H)

Armstrong (H)

Raptor (H)

SY Saveo (H)

Bender (H)Probe

PT 225 (H)Probe

Ungünstige Standortbedingungen, Höhenlagen, schwer durchwurzelbare und kalte Böden, Betriebsformen mit reduzierten Bodenbearbeitungssystemen, Mulchsaaten nach Weizen und Roggen Arsenal (H)

PR46W26 (H)

Marathon (H)

Penn (H)

Flyer (H)

Comfort (H)

Armstrong (H)

Raptor (H)

SY Saveo (H)

Bender (H)Probe

PT 225 (H)Probe

Früher Saattermin PX 113 (H)

DK eXstorm (H)

PR 46 W 26 (H)

Basalti CS (H)

PX 115 (H)Probe

Comfort (H)

Raffines (H)Probe

PT 225 (H)Probe

Später Saattermin Avatar (H)

Arsenal (H)

Marathon (H)

Penn (H)

Comfort (H)

Armstrong (H)

Raptor (H)

Standfestigkeit – Güllebetriebe PX 113 (H)

Marathon (H)

PX 115 (H)Probe

Patron (L)

Arabella (L)
Frühe Reife Arsenal (H)

Avatar (H)

Marathon (H)

Genie (H)
Leichte, trockene Standorte Marathon (H)

Penn (H)Probe

Comfort (H)

Armstrong (H)

Zeichenerklärung

L = Liniensorte
H = Hybridsorte
Probe = Neue Sorten zum Ausprobieren (erst ein Jahr in einigen Versuchen geprüft bzw. umfassende und repräsentative Ergebnisse fehlen noch)
Spezialsorten gegen Kohlhernie: Mentor, Andromeda, SY Alister, MenhirProbe (Resistent gegen Kohlhernie)
Diese Sorten weisen eine rassenspezifische Resistenz auf und sollten nur auf bekannten Kohlherniestandorten angebaut werden. Der pH-Wert ist auf diesen Standorten zu optimieren. Gegebenenfalls kann mit dem Einsatz von Kalkstickstoff eine Teilwirkung gegen den Erreger erzielt werden.