Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

Winterweizen – LSV 2015/16 & Empfehlungen Herbst 2016

Versuchsfeld mit verschiedenen WeizensortenWinterweizen wird in Hessen auf knapp 160.000 Hektar angebaut und ist damit die mit Abstand bedeutendste Getreideart. Die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Sorten spiegelt diese Bedeutung ebenfalls wider. Aktuell sind in der Bundessortenliste 141 Weizensorten eingetragen. Dazu kommt noch ein Strauß von in anderen EU-Ländern zugelassenen Sorten, die damit ebenfalls in Deutschland vertriebsfähig sind. Aus der Vielzahl von beworbenen Sorten möchte der Anbauer die für seine Zwecke geeigneten wählen. Vor dem Hintergrund der Standortgegebenheiten spielen dabei die Verwertungsrichtung, das Anbausystem und viele ertragssicherende Eigenschaften eine Rolle.

Blühende Weizenähre, NahaufnahmeIn den Landessortenversuchen (LSV) werden die Sorten auf ihr Ertragsvermögen geprüft, aber auch viele andere günstige und weniger günstige Eigenschaften treten zu Tage. Das zeigte sich auch im aktuellen Anbaujahr, denn insgesamt blieben die Weizenerträge in Hessen, aber auch bundesweit, enttäuschend. Nach den Angaben des Statistischen Landesamtes liegt das vorläufige diesjährige Ernteergebnis mit 75,6 dt/ha noch unter dem langjährigen Mittel und verfehlte die Erträge des Vorjahres um knapp 7 %. Welche Sorten kamen mit den Wachstumsbedingungen in diesem Jahr am besten zurecht? Die Auswertung der hessischen Daten gibt Antworten, und insbesondere die mehrjährigen Versuchsergebnisse zeigen, welche Sorten langjährig ertragssicher und anpassungsfähig sind.

Gelbrost an Weizen, NahaufnahmeDas Anbaujahr 2015/16 war geprägt von einem sehr milden Winter mit nur wenigen Frosttagen, dem ein langanhaltend feucht-kühles Frühjahr folgte. Viele Weizenbestände zeigten eine suboptimale Wurzelentwicklung. Vor allem auf schwereren Böden war die Wurzelatmung behindert, und das Aneignungsvermögen für Nährstoffe dadurch begrenzt. Die verhaltene Stickstoffmineralisation im Frühjahr war der Pflanzenentwicklung ebenfalls nicht förderlich. Im Spätwinter und frühen Frühjahr trat erneut Gelbrost, regional aber auch Mehltau in anfälligen Sorten auf. Im Fortgang der Entwicklung zeigten sich auch Wurzelverbräunungen, und auf dem Blattapparat wurden im Juni Infektionen durch den Schneeschimmelerreger sichtbar. Ährensymptome deuteten sowohl auf Schneeschimmel als auch auf Fusariumbefall hin. Wachstumsreglertermine konnten nicht immer optimal gesetzt werden. Starkniederschläge führten teilweise zu vorzeitigem Lager in anfälligen Sorten.

Nach zunächst zögerlichem und von wiederholten Niederschlägen unterbrochenem Erntebeginn konnte die Weizenernte auch in den Höhenlagen während der Hitzeperiode in der letzten Augustdekade zügig abgeschlossen werden. Große Unsicherheit herrschte sowohl bezüglich der Erträge wie auch der Qualitäten.

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