Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

HALM-Zwischenfrucht

Seit 2015 gibt es das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM). Eine der förderfähigen Maßnahmen ist die Beibehaltung von Zwischenfrüchten über den Winter. Es können hierbei Flächen gefördert werden, die zu mindestens 5 % in einer der Maßnahmenkulissen für Gewässer- und Bodenschutz liegen (siehe HALM-Viewer). Zusätzlich können Betriebe des ökologischen Landbaus eine Förderung für Zwischenfrüchte erhalten.

150 €/ha          Maßnahmenkulisse C.2 a Zwischenfrüchte (HALM-Layer: „Boden und Wasser“)

100 €/ha          Maßnahmenkulisse C.2 b Zwischenfrüchte (HALM-Layer: „Erosion“ + „Grundwasser“)

50 €/ha            ökologischer Landbau

Zusätzlich 10 €/ha, wenn die Einsaat von bienengerechten Zwischenfruchtmischungen bis zum 15.8. erfolgt.

Der Verpflichtungszeitraum beträgt fünf Wirtschaftsjahre.

HALM-Vorgaben:

–       alle Zwischenfruchtarten in Reinsaat oder Mischungen zulässig

  •    Einkaufsbelege aufbewahren
  •    bei Eigenmischung: Saatgutprobe bilden

–       bodenbedeckender Bestand vom 1.10. bis 31.1.

  •    Nutzung zulässig, wenn Bodenbedeckung erhalten bleibt
  •    Mulchen zur Verhinderung des Aussamens zulässig

–       organische und mineralische Düngung zulässig

–       kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

  •    Beseitigung der Zwischenfrüchte nach dem 31.1. nicht durch Totalherbizid möglich, nur Bodenbearbeitung zulässig

–       im Anschluss: Hauptkultur o. Überführung in Brache

–       Führung von Ackerschlagkarteien

–       Maßnahmenkulisse C.2 a (150 €/ha): jährliche Teilnahme an Beratungsgespräch

  •    Vorlage des Beratungsscheins zusammen mit Auszahlungsantrag
  •    Ausstellung des Beratungsscheins durch WRRL- und Pflanzenbauberater des LLH möglich

Eigenmischungen für ÖVF:

Beim Zusammenstellen einer eigenen Zwischenfruchtmischung sind die geforderten max. Samenanteile einer Art bzw. von Gräsern zu beachten (jeweils max. 60 %). Hierbei sind nicht die Gewichtsanteile gemeint, wie sie bisher auf fertigen Mischungen zu finden sind.

Berechnung der Samen pro qm:

Anzahl Samen pro qm = (Aussaatstärke (kg/ha) x 100) : TKG (g)

Bsp.: Gelbsenf

Gelbsenf:        (20 kg/ha x 100) : 7 g = 286 Samen/qm

Werden nur zwei Zwischenfruchtarten gemischt, muss sehr genau gerechnet und gemischt werden, damit man die Greeningvorgaben (max. 60% keimfähige Samen einer Art) einhält. Denn die TKG-Werte können auch innerhalb einer Zwischen­fruchtart stark variieren (z.B. Gelbsenf: TKG 4-10 g), weshalb Sie die Angaben auf den Saatgut­etiketten be­achten oder die TKG-Werte selbst bestimmen müssen. Je mehr Zwischenfruchtarten in einer Mi­schung vorhanden sind, desto eher werden die Samenanteile eingehalten. Für etwaige Kontrollen Saatgutetiketten, Einkaufsbelege und Rückstellproben aufbewahren.

Werden die Samenanteile einer Mischung berechnet, müssen die Aussaatstärken in der Mischung  und die eigenen TKG zur Berechnung herangezogen werden.

Bsp.: Eigenmischung Gelbsenf + Ölrettich

Gelbsenf: (6,8 kg/ha x 100) : 7 g = 97,14 Körner/m2 (45 %)

Ölrettich: (14,0 kg/ha x 100) : 12 g = 116,67 Körner/m2 (55 %)

Greeningkonform

In dieser Mischung stimmen die Verhältnisse. Somit ist diese Mischung Greening-Konform. Variieren die TKG jedoch, kann diese Mischung sehr schnell aus der Greening-Eignung herausfallen.

Bsp.: Eigenmischung Gelbsenf + Ölrettich

Gelbsenf: (6,8 kg/ha x 100) : 10 g = 68 Körner/m2 (36 %)

Ölrettich: (14,0 kg/ha x 100) : 12 g = 116,67 Körner/m2 (64 %)

Nicht Greeningkonform!

Weiterhin muss bei der Erstellung einer Eigenmischung darauf geachtet werden, dass die Arten in ihren Ansprüchen und Eigenschaften zusammen passen. Die optimalen Saatzeiten sollten nicht weit auseinander liegen.