Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Obstbau

Trockenheit und Hitze – Nordhessische Obstbauern beklagen hohe Ernteausfälle

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist die diesjährige Niederschlagsmenge in Nordhessen so gering wie noch nie. Die Temperaturen sind seit Juli mit teilweise weit über 30 Grad Celsius besonders hoch.

Durch die lang anhaltende Dürre sind die Böden stark ausgetrocknet, was derzeit zu deutlich erkennbaren Schäden an Obstbäumen und Früchten führt. Vereinzelte Regenereignisse  führten jedoch zu keiner Linderung der Situation.

Tatsächlich hat es seit Mai kaum Regen gegeben. In einigen Regionen ist Ende April der letzte Regen gefallen. Die Böden sind ausgetrocknet und die Wasservorräte aus dem Winter längst aufgebraucht.

Wenn die Süßkirschenernte noch ohne größere Ausfälle abgeschlossen werden konnte, zeigten sich die Auswirkungen der jetzt herrschenden extremen Witterung bereits bei den Sauerkirschen. Früchte erlitten Sonnenbrand und trockneten an den Bäumen in Folge des Wassermangels ein. In manchen Betrieben konnten kaum Sauerkirschen geerntet werden.

Sehnsüchtig warten die Obstanbauer auf Regen, denn jetzt reifen Pflaumen und Zwetschen heran. Sie bräuchten unbedingt Wasser. Die prognostizierte gute Ernte wird wohl ausbleiben, weil die Bäume unter Wassermangel leiden und die Früchte bei den hohen Temperaturen vielfach eintrocknen. Die noch nicht geschädigten Früchte bleiben vielfach zu klein und erreichen kaum die geforderte Mindestgröße von 28 Millimeter. Geschädigte Früchte sind nicht mehr erntefähig und somit nicht mehr verwertbar. In einigen Betrieben sind Schäden von 30 bis 50 %  der Erntemenge zu beklagen, die sich nach der geringen Ernte des Vorjahres  auch in diesem Jahr monetär negativ auswirken werden.

Ein ähnlich düsteres Bild zeichnet sich bei den Sonderkulturen Holunder und Aroniabeeren ab.

Auch hier sind sehr hohe Schäden in Folge der Witterung zu verzeichnen. Holunder reagiert sehr empfindlich auf die trocken-.heiße .Witterung. Viele Bäume werfen jetzt schon Laub ab und zeigen massive Trockenschäden. Noch unreife Beerendolden trocknen ein und können nicht mehr geerntet werden.

Auch Aroniabeeren hängen vertrocknet an den Pflanzen und lassen sich mit der Erntemaschine nur schwer ernten ernten, weil die Beeren sehr fest am Holz hängen. Hier ist nur mit einer sehr  geringeren Saftausbeute zu rechnen.

Die extremen Witterungsbedingungen führten bei allen Obstkulturen zu einer Verfrühung der Reife um 2 bis 4 Wochen und zu dementsprechender Verschiebung der Erntetermine, was marktwirtschaftliche Konsequenzen mit sich bringt.

Aktuell zeichnen sich sehr hohe Ertragsverluste für die nordhessischen Obstanbauer ab, die auch sicher noch erhebliche Auswirkungen auf das nächste Jahr haben werden.

In Zukunft müssen sich die Betriebe stärker auf derartige Wetterextreme einstellen. Es ist zwingend notwendig,  mehr Maßnahmen zur besseren Sicherung der Erträge einzuleiten. Dazu zählen sicher auch technische Maßnahmen  zur optimalen Wasserversorgung und Überdachungssysteme.

Auch die Verwendung geeigneter Sorten-Unterlagenkombinationen wird immer bedeutsamer.

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