Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Obstbau

Wer spinnt denn da im Streuobst?

In vielen Teilen Hessens ist besonders im Streuobstbereich in diesem Jahr am Apfel ein erhöhtes Vorkommen der Apfelbaumgespinstmotte zu beobachten. Vielerorts ist der Besatz so hoch, dass die Bäume in ein silbriges Kleid aus Gespinsten gehüllt sind.

Steckbrief

Die Apfelbaumgespinstmotte ist ein Schädling im Obstbau, welcher bei uns weit verbreitet vorkommt. Im Streuobstbereich, im Haus- und Kleingarten oder in der biologischen Obsterzeugung kann der Falter mit seinen hungrigen Raupen auch in stärkerem Maße auftreten.

Momentan sieht man an den Apfelbäumen die weißen Puppen dicht an dicht in den Gespinsten hängen. Teilweise hat bereits der Schlupf der ca. 10mm langen weißen Falter mit kleinen schwarzen Punkten auf den Flügeln eingesetzt. Bis Ende August werden Eier in Gelegen (40-80 Stück) an meist zweijährigen Trieben abgelegt, welche von einer Sekretschicht bedeckt sind. Die Eigelege erinnern an die alten Biberschwanz-Dachziegel. Die winzigen Räupchen schlüpfen im Herbst, bleiben aber bis zum darauffolgenden Frühjahr unter dem schützenden Schild. Im Frühjahr werden die gelb bis gräulich gefärbten Räupchen aktiv und wandern am Holz zu den noch jungen Blättchen, wo sie in sogenannten Platzminen an den Blatträndern fressen, welche sich dann braun verfärben.

Im Anschluss fertigen die Raupen gemeinschaftlich Gespinste um Blätter und Triebe, in denen sie geschützt fressen können. Wenn ganze Äste oder gar komplette Bäume eingesponnen werden, kann es zu totalem Blattverlust und völligem Ertragsausfall kommen. Ein starker Befall kann das Wachstum der Bäume in den darauffolgenden Jahren beeinträchtigen.

In diesem Jahr waren die Bedingungen für ein starkes Vorkommen des Tieres offenbar optimal, so dass viele Bäume betroffen sind. Ein massenhaftes Auftreten in größeren Abständen ist jedoch typisch für die Apfelbaumgespinstmotte. In der Regel überstehen gesunde Bäume den Befall und treiben wieder neu aus.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist keine Bekämpfung des Schädlings mehr möglich. Ein Bekämpfungstermin der kleinen Raupen mit zugelassenen nützlingsschonenden Pflanzenschutzmitteln, wäre in diesem Jahr Anfang Mai gewesen, wenn die Räupchen die Blattminen verlassen und erst einzelne Blättchen eingesponnen sind. In der Praxis gestaltet sich die Behandlung von Hochstämmen allerdings technisch als schwierig. Wenn bereits größere Gespinste zu sehen sind, ist es für eine Behandlung zu spät. In diesem Stadium besteht nur noch die Möglichkeit, Nester mit der Schere herauszuschneiden und zu vernichten.

Neben Apfelbäumen sind auch Gespinste an anderen Gehölzen in diesem Jahr auffällig, beispielsweise am Pfaffenhütchen, Weißdorn oder der Kriechmispel. Hierbei handelt es sich auch um gespinstbildende Falter, jedoch nicht um die Apfelbaumgespinstmotte.

 

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