Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Geflügel

Tipps für die mobile Hühnerhaltung

Bei der mobilen Hühnerhaltung gibt es viele kritische Phasen, die besonders gut betreut werden müssen.

Dies sind z.B. die Einstallungs- und Eingewöhnungsphase und das Lichtmanagement zur Steuerung der Legereife. Aber auch besonders feuchte Witterungsbedingungen, die das Versetzen des mobilen Stalles insbesondere im Winter erschweren und zusätzlich den Infektionsdruck für die Tiere erhöhen, erfordern Mehraufwand. Im Folgenden sind Tipps beschrieben, die hinsichtlich der Herdenführung beachtet werden sollten:

Die kritische Phase nach der Einstallung

Mobile Hühnerhaltung
Aufstiegshilfen sind wichtig, damit die Leghennen alle Bereiche im Stall gut erreichen.
Mobile Hühnerhaltung
Licht unterhalb der Nestreihe zur Ausleuchtung dunkler Bereiche.

Bei Neueinstallung sollte darauf geachtet werden, dass alle Tiere die Möglichkeit haben ausreichend Futter und Wasser aufzunehmen. Durch Feuchtfütterung in zusätzlichen Behältern kann die Futteraufnahme deutlich verbessert werden.

Junghennen, die erst seit Kurzem in einen mobilen Stall eingestallt wurden, benötigen Zeit um das Nest zu inspizieren und dieses schließlich auch anzunehmen. Denn: Eigentlich sind Hennen Bodenbrüter und in der Aufzucht haben sie kein Nest kennengelernt. Wenn ein mobiler Stall über aufgeständerte Nester oder eine Voliere mit mehreren Ebenen verfügt, sollte das Nest zunächst für die Hennen attraktiv gestaltet werden. Aufstiegshilfen zum besseren Erreichen der Nester sind sehr wichtig.

Bodeneier sollten möglichst direkt aufgesammelt werden. Hennen legen instinktiv Gruppennester an und wo ein Ei liegt, bleibt es nicht lange allein. Hennen, die am Boden sitzen, können in das Nest gesetzt werden. Außerdem können Lichtschläuche in dunklen Ecken, z.B. unterhalb der Nestreihen, verlegte Eier reduzieren.

Managementtipps für die Gesunderhaltung der Herde

Die oberen Sitzstangen werden vermutlich wegen Zugluft gemieden.
Trotz niedriger Außentemperaturen sollte stets ein gutes Stallklima durch ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistet werden, um Ammoniak (NH3) oder hohe CO2-Werte zu verringern. Luftbewegung und Luftaustausch sollten vorsichtig dosiert werden, damit es nicht zu Zugluft kommt, aber das Stallklima trotzdem gut ist. Dabei sollte allerdings das Herdenverhalten gut beobachtet werden. Wenn Bereiche, wie die oberen Sitzstangen, plötzlich von den Hennen gemieden werden, kann dies ein Anzeichen für Zugluft sein. Hennen reagieren sehr empfindlich auf Zugluft. Infektionskrankheiten, Drücken der Tiere in bestimmte Ecken oder verlegte Eier können die Folge sein. In einem strengen Winter kann es daher auch nötig sein, zu heizen, um den Stall frostfrei und trocken zu halten.

Beobachten Sie Ihre Tiere regelmäßig. Helle, blasse Kämme deuten auf Unterernährung und evtl. Blutentzug durch Parasiten hin (Würmer, Milben, Federlinge). Kämme, die farblich ins Bläuliche gehen, deuten ebenfalls auf Stoffwechselstörungen oder Infektionen hin. Wenn viele Tiere anhand der Kammfarbe auffallen oder / und sich im Stall viele Tiere in trauernder Körperhaltung befinden, (eingezogener Kopf, evtl. häufiges Kopfschütteln, geschlossene Augen, gesträubtes Gefieder, stehen auf einem Bein, Kloakenausfluss) sollten die Tiere separiert und der Tierarzt um Rat gebeten werden. Diese Tiere sind oft sehr leicht. Eine Begründung ist, dass diese Tiere nach der Einstallung den Anschluss hinsichtlich der körperlichen Entwicklung verloren haben. Sie sollten von der Herde separiert werden, bis sie wieder fit sind. Auch ein Mobilstall bräuchte daher ein kleines Krankenabteil oder die Tiere müssten am Hof an einem geeigneten Ort untergebracht werden. Im schlimmsten Fall, wenn sich die Tiere nicht mehr erholen, ist eine Nottötung notwendig.

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Henne unten: blasser Kamm: dieses Tier geht entweder nicht nach draußen oder hat möglicherweise Würmer oder Blutentzug durch Milben.
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Rechte Henne: bläulicher Kamm zeigt an, das mit dem Tier etwas nicht in Ordnung ist
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Tiere in trauernder Körperhaltung befinden sich tagsüber oft auf den oberen Sitzstangen. Wenn sie sehr schwach sind sitzen sie am Boden.

Auch der Kot gibt Aufschluss

Kontrollieren Sie regelmäßig den Kot der Hennen. Wenn viele Futterreste wieder ausgeschieden werden, fehlen den Tieren Magensteinchen. Zur Unterstützung der Verdauung und einer guten Nährstoffaufnahme sollten je Tier 1 x monatlich 3 g säureunlösliche Magensteinchen (z.B. Basalt oder Quarzsand) in einer Größe von 2 – 5 mm Körnung zur Aufnahme angeboten werden.

Um aktuelle Informationen über den Gesundheitszustand von Geflügel zu erfahren, müsste die Wasserabnahme der Tiere täglich dokumentiert und überprüft werden. Eine unerklärliche Reduktion der Wasserabnahme im Stall ist der schnellste Indikator um beispielsweise ein Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen. Dafür sollte auch ein mobiler Stall über eine Wasseruhr verfügen. In der Abbildung ist der Futterverbrauch zumindest etwas einzuschätzen, da sich in dem Vorratsbehälter ein Schauglas befindet.

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In diesem Kot befinden sich viele, unaufgeschlossene Futterreste.
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Über dieses Schauglas bleibt der Füllstand des Futterbehälters im Blick, wenn auch die genaue Menge des täglich aufgenommenen Futters nicht erfasst werden kann.

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