Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Schweine

ASP: Wie Sie sich für den Ernstfall vorbereiten!

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich zunehmend aus. Kontinuierlich werden im osteuropäischen Raum neue Fälle der ASP bei Wildschweinen sowie auch bei Hausschweinen gemeldet. Die geographische Ausbreitung der Pest nimmt somit zu und das Risiko einer Einschleppung nach Deutschland steigt weiterhin an. Um sich bestmöglich auf einen Ausbruch der ASP in Deutschland vorzubereiten, haben wir für Sie einen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen zusammengestellt.

Meldungen bei der TSK

Damit die Tierseuchenkasse (TSK) im Schadensfall den gemeinen Wert der gekeulten Tiere, sowie die Tötung und Räumung des Tierbestandes ersetzt, ist es wichtig, dass der Tierbestand korrekt angegeben wurde. Hier kann es bei Falschmeldungen schnell zu Leistungskürzungen kommen, welche vermeidbar sind.

Tierertrag-Schadensversicherung

Um auch finanzielle Schäden, wie z.B. Leerstandszeiten, abzudecken, die bei der TSK nicht inbegriffen sind, sollte ein frühzeitiger Abschluss einer Tierertrag-Schadensversicherung in Betracht gezogen werden.

Einhaltung der Hygienemaßnahmen

Im Betrieb sind unbedingt alle gängigen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Besonders wichtig ist die Einhaltung des Schwarz-Weiß-Prinzips, um Infektionsketten zu unterbrechen. Auch die Tierseuchenkasse überprüft im Seuchenausbruch die sachgemäße Umsetzung der Hygienemaßnahmen im Betrieb. Kommt es dabei zu Verstößen, können die Leistungen in Anbetracht des Ausmaßes des Vergehens gekürzt werden.

Fremdarbeitskräfte sensibilisieren

Sind im Betrieb Fremdarbeitskräfte beschäftigt, so sollten diese ebenfalls über das Risiko einer Einschleppung der ASP in den Bestand informiert werden. Handelt es sich bei den Personen um Saisonarbeitskräfte aus Ländern, in denen die Pest bereits ausgebrochen ist, oder Langzeitangestellte, die ihre Familien dort besuchen, ist besondere Vorsicht geboten. In jedem Fall müssen mitgebrachte Fleisch- und Wurstwaren aus gefährdeten Gebieten umgehend und unschädlich entsorgt werden und dürfen unter keinen Umständen zum Verzehr mit in den Betrieb genommen werden. Neben den Lebensmitteln, die ein enormes Risikopotential besitzen, sollten auch mitgebrachte Kleidung und Schuhe ausreichend gereinigt und desinfiziert werden. Vor der Einreise bzw. Rückreise nach Deutschland sollte diese Problematik offen angesprochen werden.

Hof und Jagd strikt trennen

Der Kontakt zwischen Hausschweinen und Wildschweinen ist in jedem Fall zu unterbinden. Speziell Schweinehalter mit Bezug zur Jagd müssen alle Hygienemaßnahmen strikt umsetzen. Da die ASP in erster Linie über infiziertes Blut übertragen wird, müssen alle Gegenstände, Kleidungsstücke und Schuhe, die mit Blut des Schwarzwildes, aber auch mit anderen Ausscheidungen der Tiere, in Berührung gekommen sind, gesondert gelagert und gereinigt werden. Die gesamte Jagdbekleidung darf nicht mit der Stallkleidung in Kontakt kommen und erst recht nicht im Stall getragen werden. Am besten erfolgt dies über eine klare, räumliche Trennung. Nach jeder Berührung eines Wildschweines sind die Hände gründlich zu waschen und zu desinfizieren. Auch der aktive Jagdhund hat im Stall und in der Nähe der Stallgebäude nichts zu suchen.

Verdacht sofort melden

Wenn fiebrige Erkrankungen mit Todesfällen im Bestand auftreten, sollten diese unverzüglich beprobt und untersucht werden. Gleiches gilt für verendet aufgefundene Wildschweine. Je früher die ASP erkannt wird, desto schneller können Maßnahmen ergriffen und eine Ausbreitung eingedämmt werden.

Eine Karte zum aktuellen Ausbreitungsgebiet der ASP finden Sie auf der Seite des Friedrich-Löffler-Instituts.

Broschüre des BMEL bezüglich Biosicherheit in Schweine haltenden Betrieben

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Broschüre „Schutz vor Tierseuchen – was Landwirte tun können“ veröffentlicht.
Leider ist eine Bestellung beim BMEL derzeit nicht möglich.
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