Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

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Roboter unterstützt das Gartenbauzentrum Geisenheim

Die Digitalisierung hat in der Nahrungsmittelproduktion Fuß gefasst. Autonome Maschinen kommen mittlerweile auch im Gartenbau zum Einsatz. Ob Globale Positionsbestimmungssysteme (GPS), Sensoren, die mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) Chlorophyllgehalte messen oder Beikräuter erkennen – all dies ist keine Seltenheit mehr. Die neuen Technologien sparen Arbeitskraft und Zeit, arbeiten zudem präziser und immer umweltschonender. Und: sie werden stetig günstiger und damit auch für kleinere Betriebe erschwinglich. Das Gartenbauzentrum Geisenheim hat kürzlich einen Hackroboter der Firma Naïo Technologies (Frankreich) erworben, der die LLH-Mitarbeiter bei Versuchsanstellungen unterstützen soll.

Hackroboter Oz
Der Hackroboter soll Arbeit, aber auch Kraftstoffe einsparen.
Das aus Toulouse stammende Geräte bringt 150 kg auf die Waage, hat eine Akkulaufzeit von 4 Stunden und kann in dieser Zeit bis zu 4.000 m² Fläche bearbeiten. Die Arbeitsbreite (Reihenabstand) beträgt 45-60 cm. Nun soll nun erprobt werden, wie der Roboter bei der Bodenbearbeitung und Unkrautbekämpfung eingesetzt werden kann und welche Vorzüge er gegenüber der körperlich anstrengenden, manuellen Bearbeitung bietet. Gleichzeitig sollen aber auch Fahrten mit den dieselbetriebenen Traktoren eingespart werden und so ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

„Wir statten den Jätroboter Oz mit Gänsefußscharen und Fingerhacken aus und setzen ihn in unserer Versuchsanlage „Seilerswiese“ bei Versuchen zu Schnittgehölzen und Freilandschnittgrün ein“, so Wolfgang Schorn, LLH-Mitarbeiter am Standort Geisenheim.

Folgende Versuchsfragen möchte das LLH-Team in den nächsten Jahren mit dem Hackroboter bearbeiten:

  • Wie muss der Pflanzenbestand auf das automatisierte Hacken vorbereitet werden?
  • Wie sehen optimale Reihen- und Pflanzabstände aus? Ist z.B. ein Aufbinden der Pflanzen nötig?
  • Welche ist die optimale Hackfrequenz für die angebauten Kulturen?
  • Lässt sich eine Tropfbewässerung in den Hackparzellen betriebssicher installieren?

Wenn diese „technischen“ Grundsatzfragen geklärt sind, sollen wissenschaftliche Experimente folgen:

  • Gibt es Unterschiede im Hinblick auf Bodentemperatur und -feuchte zwischen gehacktem Boden (Hackroboter) und Mulchfolieneinsatz bzw. der Verwendung von anderen Mulchmaterialien?
  • Verändert sich die Beikrautflora durch regelmäßiges Hacken (mit dem Hackroboter)?

Die Anschaffung des Jät- bzw. Hackroboters „Oz“ wurde von der Stiftung „Hof Geisberg“ finanziell unterstützt.

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