Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Biorohstoffnutzung

Feldtag Kurzumtriebsplantagen – Ein Rückblick

Über 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland kamen am 3. Februar 2016 zur Eichhof in Bad Hersfeld, um sich die neuesten Entwicklungen rund um das Thema Energiehölzer im Kurzumtrieb zu informieren. 

Anbau, Ernte und Verwertung von Energiehölzern im Kurzumtrieb

EnergiehölzerDer Tag lief – nun schon zum 3. Mal – nach dem bewährten Schema ab: vormittags Vorträge, nachmittags Maschinenvorführungen und Demonstrationen.
Herr Dr. Andreas Cromm vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz überbrachte die Grüße der Ministerin und führte in das Thema Bioenergie ein.

Über die Grundlagen beim Anbau von Kurzumtriebsplantagen (KUP) und aktuelle Entwicklungen informierte Herr Wolfram Kudlich, Gründer und Geschäftsführer der Wald 21 GmbH, die in den vergangenen Jahren über 1000 ha KUP angelegt hat. Dabei spannte er den Bogen von der Planung über die Sortenwahl, der Pflanztechnik und der Pflege bis zur angepassten Erntetechnik.

Ausgehend von der Geschichte der KUP-Anlage am Eichhof berichtete Herr Dr. Martin Hofmann, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt Hann. Münden, über aktuelle Entwicklungen in der Züchtung von Pappeln als Energiehölzer im Kurzumtrieb. Neue Klone mit Erträgen bis zu 20 t Trockenmasse je ha und Jahr machen Hoffnung auf verbesserte Erträge.

Herr Klaus Wagner, Fachgebietsleitung „Fachinformation Biorohstoffnutzung – HessenRohstoffe (HeRo)“ im LLH, stellte eine betriebswirtschaftliche Analyse zu Kosten und Erträge bei KUP an. Dabei verglich er unter anderem einen vierjährigen Umtrieb mit einem achtjährigen Umtrieb und stellte fest, dass der Anbau von Kurzumtriebshölzern bei guten Erträgen durchaus mit Ackerfruchtfolgen mit Getreide und Raps konkurrieren kann.

Eine relativ neue Nutzungsform des Energieholzanbaues beschrieb Herr Göran Spangenberg, Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg. Hier werden Pappeln oder Weiden auf Freilandauslaufflächen von Legehennen gepflanzt. Diese Kombination bietet den Tieren artgerechten Schutz im Auslauf und das Erntegut Holzhackschnitzel lässt sich regelmäßig im Betrieb sinnvoll nutzen.

Wie man beim Anbau von Kurzumtriebshölzern durch gezielte Fördermaßnahmen die Biodiversität auf Ackern erhöhen kann und damit zu einem Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen kommt, zeigte Herr Richard Georgi, Technische Universität Dresden. Dieser Effekt lässt sich mit relativ einfachen Mitteln erreichen und verbessert die Ertragsaussichten durch Eindämmung eines möglichen Schädlingsbefalls.

Zum Schluss des Vortragsblocks kamen noch zwei Praktiker zu Wort: Herr Moritz von Harling, Projektleitung Bioenergie bei der Viessmann Werke GmbH & Co KG, hat für seine Firma 170 ha KUP im Umfeld des Stammwerkes in Allendorf an der Eder angelegt und bewirtschaftet diese seit nunmehr acht Jahren. Bei der Größe der zu beerntenden Gesamtfläche kommt der Wahl des passenden Ernteverfahrens große Bedeutung zu. Bei den z.T. ungünstig gelegenen Flächen (klein und abschüssig) kann kleinere Erntetechnik durchaus die beste Wahl sein.

Über seine Erfahrung als Privatanbauer auf kleineren Flächen berichtete Herr Eugen Sauer aus Petersberg. Dabei wurde deutlich, dass man von der Pflanzung bis zur Ernte auch ohne großen technischen Aufwand zum Ziel kommen kann.

Nach einer kurzen Mittagspause begannen im Außenbereich die Vorführungen bzw. Demonstrationen. Bereits zum dritten Mal wurde die Pappelplantage im 3 jährigen Umtriebsrythmus beerntet.

Die motormanuelle Ernte mit Freischneider bzw. Kettensäge wurde durch Mitarbeitern von Hessen Forst unter Leitung von Forstwirtschaftsmeister Stefan Häussner demonstriert. Geschwindigkeit und Präzision zeugten von professionellem Herangehen.

Ganz neu am Markt wurde der Anbaumähhacker der Firma Schradenholz UG vorgeführt. Das auf einem PKW-Anhänger transportable Anbaugerät geht auf eine Konstruktion der Firma Jenz zurück und wurde vom ATB Bornim weiterentwickelt. Angebaut war das Gerät an einem Xerion Schlepper mit Aufsattelbunker des Lohnunternehmers Mikus aus Brakel.

Der inzwischen schon etablierte New Holland Selbstfahrerhäcksler des Lohnunternehmers Roth aus Owingen wurde mit einem neu entwickelten Erntevorsatz der Firma Wimatec vorgeführt und erbrachte die Haupternteleistung. Hier besticht die hohe Ernteleistung bei sehr guter Hackgutqualität.

Der Lohnunternehmer Holstein war mit Forsttechnik vertreten. Gezeigt wurden die Ernte mit einem Fällerbündler, das Sammeln mit einem Rückezug und Häckseln mit einem Mobilhacker Diese Technik ließe sich auch bei weit dickeren Bäumen (z.B. Pappeln im längeren Umtrieb) einsetzen.

Das Rückführen von KUP nach Nutzungsende wurde mit einer Rodungsfräse der Firma AHWI vorgestellt und von der Firma Hagl demonstriert. Trotz der schwierigen Bodenverhältnisse ergab sich ein sehr erfreuliches Ergebnis.

Mit den bereits geernteten Hackschnitzeln wurde eine Trocknungsmiete zur natürlichen Trocknung aufgebaut und mit einem Hackschnitzelvlies abgedeckt. Der Rest der Ernte ging zur Trocknung an eine Biogasanlage.

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