Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Biorohstoffnutzung

Umweltfreundliche und materialschonende Winterstreumittel

Hat sich der Winter eingestellt, wird schnell zu Streusalz gegriffen, um Gehwege und Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Doch das Streuen von Salz ist u.a. wegen der hohen Umweltbelastung weitgehend verboten.

Eigentümer sind für die sichere Begehbarkeit ihrer Bürgersteige verantwortlich

Haus- und Grundstückseigentümer, bzw. Mieter, falls der Eigentümer diese Aufgabe im Mietvertrag auf den Mieter delegiert hat, sind in den meisten Fällen per kommunaler Satzung verpflichtet, öffentliche Bürgersteige vor ihren Grundstücken von Eis und Schnee zu befreien, um somit bei winterlicher Witterung für eine ausreichend sichere Begeh- oder Befahrbarkeit der Gehwege und Grundstückseinfahrten zu sorgen. Die mechanische Räumung von Schnee und Eis ist dabei grundsätzlich die umweltschonendste Maßnahme.

Streusalz nur in Ausnahmefällen gestattet

Vielfach wird bereits beim ersten Schneefall auf die überall angebotenen Streusalze zurückgegriffen, um den Bürgersteig schneefrei zu machen. Bekanntermaßen belasten die Auftausalze allerdings den Boden und das Grund- und Oberflächenwasser, können die straßenbegleitende Vegetation und die Gesundheit von Haustieren schädigen und wirken darüber hinaus korrosiv auf Fahrzeuge sowie Wegebeläge und Bauwerke, insbesondere aus Marmor, Ziegel-, Kalk- oder Sandstein – aber auch Beton und Stahlbeton. Aus diesen Gründen ist mittlerweile in den meisten kommunalen Gehwegreinigungs- oder Streupflicht-Satzungen der Einsatz von Tausalzen weitestgehend verboten bzw. beschränkt sich auf wenige Ausnahmen, wie hartnäckige Vereisungen und potenzielle Gefahrenstellen (z.B. Treppen).

Maisspindelgranulat ist ein biobasiertes und umweltfreundliches abstumpfendes Streumittel.Abstumpfende Streumittel – die umweltfreundliche Alternative

Als Alternative zum Streusalz sind im Handel diverse salzfreie abstumpfende Streumittel erhältlich, die das Eis nicht abschmelzen, sondern die Griffigkeit erhöhen. Meist handelt es sich dabei um mineralische Produkte wie Gesteinssplitt, Quarzsand oder Lava- oder Blähtongranulate. Im Gegensatz zu Streusalz führt der Einsatz dieser Produkte i. d. R. zu keinen nennenswerten direkten Beeinträchtigungen der Umwelt. Doch auch hier sollte der Verbraucher beim Einkauf auf umweltfreundliche Produkte achten, die am Umweltzeichen „Blauer Engel“ (RAL-ZU 13 – Salzfreie, abstumpfende Streumittel) zu erkennen sind.

Maisspindelgranulat für empfindliche Oberflächen

Allerdings können diese scharfkantigen mineralischen Streumittel auf empfindlichen Oberflächen zu Beschädigungen führen. Für den Streueinsatz vor privaten und öffentlichen Gebäuden mit empfindlichen Bodenbelägen sowie in historischen Außenbereichen mit wertvollen Treppen- oder Wegematerialien lohne sich deshalb durchaus der Einsatz des etwas weniger harten und scharfkantigen, aus der inneren Spindel des Maiskolbens gewonnenen Maisspindelgranulates, so Klaus Diehl, Fachreferent beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH). Nach Gebrauch könne dieses Produkt darüber hinaus in angrenzende Vegetationsflächen gekehrt oder mittels Kompostierung entsorgt werden. Die Verwendung von Holzspäne oder Sägemehl biete dagegen keine ausreichende abstumpfende Wirkung.