Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Ökologische Tierhaltung

Entspricht mein Stall den Anforderungen der Öko-Verordnung?

Hier sind die Inhalte der Öko-Verordnung zusammengefasst, welche die wesentlichen Anforderungen für Rinder- und Schweineställe darstellen.

Sau mit Ferkel im StallDie nachfolgende Checkliste gibt einen Überblick über Vorschriften, Verbote und Ausnahmen der Öko-Verordnung (VO (EG) Nr. 834/2007 u. 889/2008) für Rinder- und Schweineställe.

Vorschriften ohne Ausnahmen

  • Reichlich Tageslicht und natürliche Belüftung für die Tiere
  • Ungehinderter Zugang zu Fressplatz, Tränke
  • Trockener, eingestreuter Liegebereich
  • Mindestens 50 % der (geforderten) Stallfläche muss planbefestigt sein
  • Maximal 50 % der vorgeschriebenen Auslauffläche können überdacht sein (in Hessen)
  • Sauen (außer hochtragende und säugende) sind in Gruppen zu halten

Mindestgrößen von Stall- und Auslaufflächen (Anhang III)

Rinder Milchkühe Zuchtbullen Zucht- und Mastrinder kg LG
m²/Tier ≤ 100 kg ≤ 200 ≤ 350 > 350
Stall 6,0 10 1,5 2,5 4,0 5,0*
Auslauf 4,5 30 1,1 1,9 3,0 3,7*

*) mindestens 1 m2 (Stall) und 0,75 m2 (Auslauf) je 100 kg LG

Schweine Eber Sau Ferkel Mastschweine kg LG
m²/Tier tragend säugend ≤ 30 kg ≤ 50 ≤ 85 ≤ 110 > 110
Stall 6,0/10,0* 2,5 7,5 0,6 0,8 1,1 1,3 1,5
Auslauf 8,0 1,9 2,5 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2

*) wenn die natürliche Paarung in Buchten erfolgt

Verbote ohne Ausnahmen

  • Ganzjährige Anbindehaltung von Rindern ohne Auslauf, ohne Weide
  • Anbindehaltung von Kälbern
  • Unterbringung von Kälbern in Einzelboxen nach der 1. Lebenswoche
  • Haltung von Tieren auf Vollspaltenböden
  • Haltung von Ferkeln in Flatdecks oder Käfigen

Vorschriften mit Ausnahmen bzw. Übergangsregelungen

Anbindehaltung ist verboten mit einer Ausnahme

Rinder in kleinen Betrieben:
Das sind Betriebe mit maximal 20 Kühen (Milch- oder Mutterkühe) plus Nachzucht. Die Rinder können in Anbindung gehalten werden, vorausgesetzt, sie haben mindestens zweimal pro Woche Auslauf, gerade im Winter. Während der Weidezeit ist Weidegang vorgeschrieben (zeitlich unbegrenzt, von Kontrollstelle zu genehmigen)

Weide-, Freigeländezugang oder Auslauf sind vorgeschrieben

Auslauf im Winter und Weidegang im Sommer ist für Rinder (Kühe, Kälber, Jung- und Mastvieh), Schafe und Ziegen grundsätzlich vorgeschrieben.

Ausnahmen:

  • Für Rinder und Schafe und Ziegen, die im Sommer auf die Weide gehen und im Winter in einem Laufstall untergebracht sind, ist der Auslauf bzw. Freigländezugang im Winter nicht zwingend erforderlich
  • Die Endmast von Rindern im Stall ohne Auslauf ist möglich, wenn dieser Zeitraum maximal 1/5 Lebenszeit ausmacht, und keinesfalls mehr als 3 Monate
  • Bullen > 1 Jahr kann alternativ zur Weide Auslauf angeboten werden

Beispiele für Haltungsformen, die der Verordnung entsprechen

Rinder

  • Weidegang im Sommer, Laufstallhaltung im Winter
  • Anbindehaltung mit Weidegang/Auslauf bei kleinen Beständen
    (unter Einhaltung der Mindestflächen für Stall und Auslauf, Anhang III)
  • Ganzjährige Freilandhaltung für Robustrassen, bei geeigneten Winterflächen

Schweine

  • Stallhaltung mit Auslauf, dieser zumeist teilüberdacht, befestigt, mit Einstreu unter Einhaltung der Mindestflächen für Stall und Auslauf, Anhang III
  • Freiland- bzw. Hüttenhaltung in geeigneten Regionen

Möglichkeiten der Umgestaltung von Ställen

  • befestigte und ständig zugängige Ausläufe können auf die Stallfläche angerechnet werden (Erreichung Mindestfläche, Einhaltung 50 % planbefestigt)
  • in Verbindung mit einer eingestreuten Liegefläche kann der Vollspaltenboden am Fressgitter als Fressgang genutzt werden
  • Fressen (und Melken) am alten Anbindeplatz, Laufhof mit Außenliegeboxen

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