Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Agrarpolitik & Förderung

Änderungen im Rahmen der Agrarförderung 2018

EU-Verordnung (VO) 1155/2017

Mit der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 2017/1155 zur Änderung der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 639/2014 vom 30.6.2017 wurden die Vorschläge der EU-Kommission zur Greeningvereinfachung umgesetzt.

Die Anpassungen in Deutschland dazu wurden mit der zweiten Verordnung zur Änderung der Direktzahlungen-Durchführungsverordnung, der Agrarzahlungen-Verpflichtungen-Verordnung und der InVeKoS-Verordnung vom 12.12.2017 umgesetzt. Die Änderungen sind zum 22.12.2017 wirksam geworden.

Folgendes wurde verändert:

Beihilfefähigkeit von Flächen:

Mindesttätigkeit  = Aufwuchs mähen und Mähgut abfahren oder Aufwuchs zerkleinern und ganzflächig verteilen) für die Beihilfefähigkeit einer Fläche muss vor dem 16.11. eines Jahres durchgeführt werden. Bislang konnte dieses bis zum 31.12. eines jeden Jahres erledigt werden.

Regelungen für ÖVF-Streifen vereinheitlicht:

Sämtliche Streifenelemente müssen, sofern sie bei der Berechnung der ÖVF mit dem Faktor 1,5 gewertet werden sollen, mindestens 1 m breit und dürfen max. 20 m breit sein. Auf einem Pufferstreifen oder Feldrand, der als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen wird, darf künftig auch eine Beweidung oder eine Schnittnutzung stattfinden, sofern der Pufferstreifen oder Feldrand weiterhin von der angrenzenden Fläche unterscheidbar ist. Zudem müssen Pufferstreifen künftig nicht mehr zwingend an Gewässer angrenzen.

ÖVF Zwischenfrüchte:

Eine Fläche mit Zwischenfruchtanbau als ÖVF muss vom Ablauf des 1.10. bis zum Ablauf des 31.12. des Jahres der Antragstellung mit der Kulturpflanzenmischung bestellt sein. Die Regelung, dass diese Zwischenfruchtmischung erst nach dem 16.7. ausgesät werden darf, entfällt damit. Nach dem 31.12. greift eine Änderung in der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung, die festlegt, dass die Zwischenfrüchte über den vorgenannten Zeitraum hinaus bis zum Ablauf des 15.02. des Folgejahres auf der Fläche zu belassen sind. Im Falle der Untersaat von Gras unter einer Hauptkultur ist der Grasbestand von der Ernte der Hauptkultur ebenfalls bis zum Ablauf des 15.02. des Folgejahres auf der Fläche oder mindestens bis zur Vorbereitung mit unverzüglich folgender Ansaat der nächsten Hauptkultur zu belassen, wenn diese vor dem 15.02. ausgesät wird.

Neu ist, dass Untersaaten in der Hauptkultur Gras oder Leguminosen enthalten können.

ÖVF Leguminosen:

Bei Flächen mit stickstoffbindenden Pflanzen (Leguminosen) als ÖVF, können fortan auch Mischungen mit anderen Pflanzen angebaut werden, sofern Leguminosen in den Mischungen vorherrschen. Die bisherige Vorgabe einer Reinsaat entfällt damit. Zusätzlich werden in der Artenliste über die zulässigen Arten stickstoffbindender Pflanzen hinaus der Bockshornklee und der Schabzigerklee aufgenommen. Diese beiden Arten waren bisher nur in der Liste für ÖVF Zwischenfrüchte gelistet.

Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf ÖVF:

Auf Flächen mit stickstoffbindenden Pflanzen (Leguminosen) als ÖVF, wie auch auf allen anderen als ÖVF ausgewiesenen Flächen, ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verboten. Dabei gilt das Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Flächen, die durch Untersaat von Gras oder Leguminosen unter einer Hauptkultur angelegt werden, vom Zeitpunkt der Ernte der Hauptkultur für mindestens acht Wochen oder bis zur Aussaat der nächsten Hauptkultur. Im Agrarantrag wird der Antragsteller verpflichtet anzugeben, dass er Kenntnis von diesem Verbot hat.

Hanf als Zwischenfrucht:

Hanf kann auch als Zwischenfrucht zur Fasergewinnung angebaut werden. Analog zum Anbau als Hauptfrucht müssen die Flächen im Gemeinsamen Antrag besonders gekennzeichnet werden. Fehlt diese Kennzeichnung, verliert die mit Hanf bestellte Fläche ihre Beihilfefähigkeit.

Voraussichtlich wird es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Übersicht geben, in der die Veränderungen für das Antragsjahr 2018 erläutert werden.

Omnibus-VO

Die Omnibus-VO wurde am 12.12.2017 auf EU-Ebene verabschiedet. Damit treten zum 1.1.2018 eine weitere Reihe von Änderungen bei den Direktzahlungen in Kraft, deren Art und Ausgestaltung den Mitgliedstaaten obliegt. In Deutschland soll es hierzu eine Verordnung geben, die aufgrund von Meldefristen gegenüber der EU voraussichtlich bis Ende März 2018 erlassen sein muss.

Folgende Änderungen sind auf EU-Ebene beschlossen worden:

Prüfung aktiver Landwirt:

Die im Zuge der GAP-Reform eingeführte Nachweispflicht zum aktiven Betriebsinhaber ist für die Mitgliedstaaten nicht mehr verpflichtend.

Neue Ökologische Vorrangflächen:

  • Miscanthus (Gewichtungsfaktor 0,7)
  • Duchwachsende Silphie (Gewichtungsfaktor 0,7)
  • Brachen mit pollen-/nektarreichen Blühpflanzen (Gewichtungsfaktor 1,5)

Welche Pflanzen /- mischungen auf den Honigbrachen angebaut werden dürfen, obliegt der nationalen Ausgestaltung.

Veränderte Ökologische Vorrangflächen:

  • KUP (Gewichtungsfaktor jetzt 0,5 vorher 0,3)
  • Leguminosen (Gewichtungsfaktor jetzt 1,0 vorher 0,7)

Junglandwirteprämie:

Zahlungen für Junglandwirte soll für die ersten 5 Jahre ab erstmaliger Antragstellung gewährt werden, so dass die Junglandwirteprämie auch dann volle 5 Jahre in Anspruch genommen werden kann, wenn die Förderung nicht unmittelbar nach der Niederlassung beantragt wurde (bisher verkürzte sich der Zeitraum von 5 Jahren um die Jahre, die zwischen der ersten Antragstellung und der erstmaligen Übernahme eines ldw. Betriebes liegen). Das heißt, wenn ein Junglandwirt/eine Junglandwirtin z.B. in 2015 erstmals Junglandwirteprämie erhalten hat und in den Folgejahren nicht mehr, weil bereits mehr als 5 Jahre seit der Übernahme eines Betriebes vergangen sind, er/sie jetzt wieder Junglandwirteprämie erhält.

Wegfall 30 ha Grenze bei Ausnahme Anbaudiversifizierung und ÖVF:

Bislang galt für die Anbaudiversifizierung und bei der Ausweisung von ökologischen Vorrangflächen, dass Betriebe mit > 75% der LF Dauergrünland / Ackergras, oder Betriebe mit

> 75% der AF Ackergras/Stilllegung (bei ÖVF auch Leguminosen), von der Anbaudiversifizierung und der Verpflichtung im Hinblick auf ÖVF befreit waren, sofern die verbleibende Ackerfläche 30 ha nicht überschritten hat. Diese 30 ha–Grenze soll zukünftig entfallen.

Es bleibt auf jeden Fall abzuwarten wie die nationale Ausgestaltung in Deutschland aussehen wird.
Über den aktuellen Sachstand werden wir fortlaufend informieren.

Weiterer Hinweis:

Ab dem Antragsjahr 2018 sind alle landwirtschaftlichen Flächen in dem Bundesland grafisch zu beantragen in dem diese Flächen liegen. Das bedeutet für hessische Betriebe mit Flächen in anderen Bundesländern als Hessen, dass für diese Flächen mit dem jeweiligen Antragsprogramm des Bundeslandes die Flächen beantragt werden müssen. Weiterführende Informationen finden Sie auch hier.

Hinweis:

Die vorstehenden Ausführungen erfolgen ohne Gewähr.
Zuständig für den Bereich Agrarförderung ist die WI-Bank  Direktzahlungen
Bei Fragen wenden Sie sich an die für Sie zuständige Bewilligungsstelle.