Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Agrarpolitik & Förderung

Direktzahlungen & Greening

Die Direktzahlungen für landwirtschaftliche Betriebe sind eine Fördermaßnahme der so genannten 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik.

Sie leisten einen Beitrag zur Einkommenssicherung und Risikoabsicherung der landwirtschaftlichen Betriebe. Zudem stellen sie einen finanziellen Ausgleich für die hohen Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutzauflagen in der EU dar. Direktzahlungen vergüten gemeinnützige Leistungen der Landwirtschaft, die nicht über den Markt honoriert werden. Mit der EU-Agrarreform 2014 – 2020 ist ein neues Direktzahlungssystem in Kraft getreten. An die Stelle der Betriebsprämie treten

  • eine Basisprämie
  • eine Greening-Zahlung
  • eine Junglandwirteförderung sowie
  • eine zusätzliche Zahlung für die ersten Hektar

Derzeit bestehen noch regionale, d.h. bundesländerweite Unterschiede bei der Basisprämie, die ab 2017 bis zum Jahr 2019 abgebaut werden.

Häufig gestellte Fragen zum Direktzahlungssystem und der Höhe der Prämien

FAQs – GAP 2014 – 2020, Stand März 2018

Zahlungsansprüche

Wie groß muss die Mindestfläche für die Zuweisung von ZA sein?

Eine Neuzuteilung der ZA erfolgte mit dem Förderantrag 2015. Mit dem Förderantrag 2015 wurde ein ZA je Hektar der im Förderantrag beantragten Fläche neu zugeteilt. Die beihilfefähigen Flächen müssen die Mindestparzellengröße, in Hessen 0,1 ha, besitzen.

Was passiert wenn ich zusätzliche Flächen pachten kann, aber keine ZA auf dem Markt verfügbar sind?

Wenn durch Zukauf oder Pacht keine ZA auf dem Markt verfügbar sind, werden auch keine ZA aus der nationalen Reserve zugeteilt. Hier gilt allerdings die Ausnahme: Sollte der Bewirtschafter eine Fläche am 15. 5.2015 aufgrund höherer Gewalt (z.B. Naturkatastrophen o.ä.) oder außergewöhnlicher Umstände nicht bewirtschaften können, gibt es die Möglichkeit, ZA aus der nationalen Reserve nachträglich zu beantragen.

Wann ist eine Zuweisung von ZA auch in späteren Jahren möglich?

Dies ist nur für Junglandwirte, die bisher keinen Antrag auf Zuweisung von ZA gestellt haben, für Neueinsteiger, die die ldw. Tätigkeit nach dem 31.12.2013 aufgenommen haben oder für Fälle höherer Gewalt oder außergewöhnlicher Umstände möglich. In diesen Fällen erfolgt die Zuweisung der ZA aus der nationalen Reserve. Eine Zuweisung aus der nationalen Reserve ist nur einmal innerhalb der Förderperiode (2014-2020) zulässig.

Wem gehören die ZA (Pächter/Verpächter)?

Die ZA werden dem Pächter zugeteilt. Läuft der Pachtvertrag aus, geht die Fläche an den Eigentümer zurück und die ZA verbleiben beim Pächter. Zu beachten ist, dass die im Pachtvertrag getroffenen privatrechtlichen Absprachen bezüglich der ZA bei Beendigung des Pachtverhältnisses eingehalten werden müssen.

Können ZA weiterhin gehandelt werden?

ZA können weiterhin gehandelt werden. Neu ist, dass ZA auch ohne Fläche verpachtet werden können.

Welchen Wert haben die ZA? Ist dieser Wert in Deutschland einheitlich?

Bereits ab 2015 haben in einer Region, d.h. in einem Bundesland, alle ZA einen einheitlichen Wert. Zwischen 2017 und 2019 werden die Wertunterschiede der ZA zwischen den Regionen schrittweise abgebaut, so dass ab 2019 alle ZA in Deutschland einen einheitlich hohen Wert haben.

Der Wert eines ZA und damit der Betrag der Basisprämie je Hektar in Hessen betrug in 2015 157,05 €, in 2016 156,02 € , in 2017 162,86 € und in 2018 169,44 € betragen. In 2019 wird der Wert eines ZA einen bundeseinheitlichen Wert von 175,95 € haben.

Direktzahlungen

Wie ist das Direktzahlungssystem gestaltet?

Es gibt eine Basisprämie, eine Greeningprämie, eine Umverteilungsprämie und eine Junglandwirteprämie. Darüber hinaus gibt es noch die Kleinerzeugerregelung.

Wie hoch sind die Prämienkomponenten?

  • Basisprämie Hessen:
    Schätzwert 2018: 169,44 €/ha
    Schätzwert 2019: 175,95 €/ha (ab 2019 bundeseintlich)
  • Greeningprämie:
    Schätzwert 2018: 85,50 €/ha (bundeseinheitlich)
    Schätzwert 2019: 85,00 €/ha (bundeseinheitlich)
  • Förderung der ersten Hektar für die ersten 30 Hektar:
    2017: 50,48 €/ha (bundeseinheitlich)
  • Förderung der ersten Hektar für die nächsten 16 Hektar:
    2017: 30,28 €/ha (bundeseinheitlich)
  • Junglandwirtezuschlag: 44,27 €/ha (bundeseinheitlich)

Der Wert eines ZA (Betrag der Basisprämie) wird für jedes Bundesland und Jahr im Bundesanzeiger bekannt gegeben.

Was ist die Kleinerzeugerregelung?

Diese konnte nur einmalig im Rahmen des Agrarantrages 2015 beantragt werden und ist freiwillig. Die Direktzahlungen(also Basisprämie, Umverteilungsprämie und ggf. Junglandwirteprämie ) sind zusammen auf einen maximalen Betrag von 1.250 € pro Jahr begrenzt. Die teilnehmenden Betriebe sind von Cross Compliance und den Greening-Verpflichtungen befreit. Das Fachrecht gilt weiterhin. Ein Ausstieg aus der Kleinerzeugerregelung ab 2016 ist möglich, ein Wiedereinstieg allerdings dann nicht mehr.

Was beinhaltet die Umverteilungsprämie?

Die Umverteilungsprämie kann nur in Zusammenhang mit der Basisprämie beantragt werden. Die Umverteilungsprämie ist eine Zusatzprämie für die ersten Hektare. Kleinere und mittlere Betriebe erhalten dadurch eine höhere Förderung. Die Umverteilungsprämie wird für die ersten 46 aktivierten Zahlungsansprüche eines Betriebsinhabers gewährt. Für die ersten 30 ha werden ca. 50 €/ha und für die nächsten 16 ha ca. 30 €/ha gewährt (siehe oben).

Was ist die Junglandwirteprämie?

Die Junglandwirteprämie können Junglandwirtinnen und Junglandwirte, die einen Betrieb übernehmen oder neu gründen, beantragen. Die Prämie wird für max. 90 ha und maximal 5 Jahre ab dem Zeitpunkt der Übernahme/Gründung eines Betriebes gewährt. Sie beträgt 44,27 €/ha.

Wichtiger Hinweis

Die vorstehenden Ausführungen erfolgen ohne Gewähr. Zuständig für den Bereich Agrarförderung ist die WI-Bank:
Direktzahlungen

Bei Fragen wenden Sie sich an die für Sie zuständige Bewilligungsstelle.

Wichtige Informationen und Hinweise zum Bereich Direktzahlungen erhalten Sie auch im
Merkblatt zum gemeinsamen Antrag - 2018.


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