Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Agrarpolitik & Förderung

Greening

Ein Ziel der aktuellen EU-Agrarrefom 2014 – 2020 ist, gesellschaftliche Leistungen beim Klima- und Umweltschutz stärker zu honorieren. So werden die von der EU bereitgestellten Direktzahlungen stärker an Umweltmaßnahmen geknüpft, das sogenannte Greening. Rund 30 % des Prämienvolumens werden in diese Komponente überführt. Um das Greening zu erfüllen, müssen die Landwirte drei Maßnahmen erfüllen:

  • Anbaudiversifizierung
  • Erhalt von Dauergrünland
  • Ökologische Vorrangflächen

Ökologisch wirtschaftende Betriebe gelten per se als „gegreent“ und müssen deshalb die Regelungen des Greening nicht erfüllen. Das Gleiche gilt für reine Dauerkulturbetriebe und für Kleinerzeuger (max. 1.250 Euro/Betrieb).

 Häufig gestellte Fragen zum Greening


Greening-Rechner

Für Ihre Anbauplanung können Sie mit dem Greening-Rechner den Flächenbedarf für die ökologischen Vorrangflächen ermitteln und die Forderungen der Anbaudiversifizierung abprüfen:

Der Greening-Rechner wird derzeit überarbeitet und steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

I. Anbaudiversifizierung

AussiedlerhofDurch die Anbaudiversifizierung werden Mindestanforderungen bezüglich der Anzahl und der maximal zulässigen Anteile landwirtschaftlicher Kulturen am gesamten Ackerland des Betriebes vorgegeben. Für die Anbaudiversifizierung spielt die Größe der Ackerfläche (AF) eine Rolle. Der maßgebliche Zeitraum, in dem die Vorgaben für die Anbaudiversifizierung einzuhalten sind, ist vom 1.6. bis zum 15.7 des Antragsjahres.

  • Betriebe, die auf 10 – 30 ha AF anbauen, müssen mindestens zwei verschiedene landwirtschaftliche Kulturen anbauen, wobei eine nicht mehr als 75 % der gesamten AF ausmachen darf.
  • Betriebe mit mehr als 30 ha AF müssen mindestens drei verschiedene landwirtschaftliche Kulturarten anbauen, wobei die erste Hauptfrucht nicht den Umfang von 75 % überschreiten und der Anteil der beiden Hauptfruchtarten max. 95 % betragen darf.

Freigestellt sind folgende Betriebe:

  1. Betriebe mit weniger als 10 ha AF,
  2. Betriebe, bei denen mehr als 75 % der beihilfefähigen Flächen Dauergrünland ist, für die Erzeugung von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt wird oder einer Kombination dieser Nutzungsmöglichkeiten dienen,
  3. Betriebe, bei denen mehr als 75 % ihrer AF für die Erzeugung von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt wird, brachliegende Flächen sind, dem Anbau von Leguminosen oder einer Kombination dieser Nutzungsmöglichkeiten dienen,
  4. Betriebe mit mehr als 50 % Flächentausch.

Achtung: Die bisher geltende Grenze von 30 ha Restackerland für die o.g. Freistellungen nach den Nummern 2 und 3 entfällt ab dem Antragsjahr 2018.

II. Erhalt von Dauergrünland

Erhalt von Grünland ist eine Greening-MaßnahmeAls Dauergrünland gelten Flächen, die durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras und anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden und seit mindestens fünf Jahren nicht Bestandteil der Fruchtfolge sind. Neu ist, dass das Umpflügen (mechanische Bodenbearbeitung, die zur Zerstörung der Grasnarbe führt) von Flächen mit Gras oder anderen Grünfutterpflanzen innerhalb einer Fünf-Jahres-Frist die Entstehung von Dauergrünland verhindert. Es können dort auch andere Pflanzenarten wachsen wie Sträucher und/oder Bäume, die abgeweidet werden können, sofern Gras und andere Grünfutterpflanzen weiterhin vorherrschen.

Wenn auf einer Fläche in fünf aufeinanderfolgenden Jahren Gras oder andere Grünfutterpflanzen angebaut wurden, diese 5 Jahre lang nicht in der Fruchtfolge war und die Fläche mindestens fünf Jahre lang nicht umgepflügt wurde, wird diese Fläche zu Dauergrünland.

Achtung: Ab 2018 unterbricht ein Wechsel zwischen den Kulturen (z.B. Ackergras zu Kleegras) die Grünlandentstehung, sofern der Wechsel durch Umpflügen der Fläche stattfindet. Das Umpflügen kann im Rahmen der Antragstellung 2018 auch rückwirkend für die letzten fünf Jahre berücksichtigt werden und ist für die Zukunft binnen 4 Wochen anzuzeigen.

Bei dem in FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebieten gelegenen Dauergrünland handelt es sich um umweltsensibles Dauergrünland, für das ein absolutes Umbruch- und Umwandlungsverbot gilt. Dazu gehören alle Maßnahmen, die zu einer mechanischen Zerstörung der Grasnarbe führen. Außer Walzen, Schleppen, Striegeln sowie der Aussaat oder Düngung im Schlitzverfahren oder vergleichbaren Maßnahmen, sind alle Bodenbearbeitungsmethoden drei Tage vor Beginn der Maßnahme anzuzeigen.

Außerhalb der FFH-Kulisse, also in allen anderen Gebieten, ist ab dem 01.01.2015 ein Umbruch oder eine Umwandlung nur noch mit Genehmigung möglich. Hierzu zählen auch Umwandlungen in nicht-landwirtschaftliche Zwecke wie z.B. Siloplatten, Zufahrten, (Hof-)Befestigungen o.ä.

Ab 2018 zählt hierzu auch ein Pflügen zur Narbenerneuerung. Zuständig für die Genehmigung ist die jeweilige Landwirtschaftsbehörde des Landkreises, in dem die Flächen liegen.

Weitere Regelungen zum Dauergrünland entnehmen Sie bitte dem Merkblatt der WIBank 2018.

III. Ökologische Vorrangflächen

Flächennutzung im Umweltinteresse bedeutet, dass 5 % der betrieblichen Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche zur Verfügung gestellt werden müssen.

Freigestellt von dieser Regelung sind:

  1. Betriebe mit einer Ackerfläche von bis zu 15 ha oder
  2. Betriebe, bei denen mehr als 75 % der beihilfefähigen Flächen Dauergrünland ist, für die Erzeugung von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt wird oder einer Kombination dieser Nutzungsmöglichkeiten dienen,
  3. Betriebe, bei denen mehr als 75 % ihrer AF für die Erzeugung von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt wird, brachliegende Flächen sind, dem Anbau von Leguminosen oder einer Kombination dieser Nutzungsmöglichkeiten dienen.

Achtung: Die bisher geltende Grenze von 30 ha Restackerland für die o.g. Freistellungen nach den Nummern 2 und 3 entfällt ab dem Antragsjahr 2018.

Auf den ökologischen Vorrangflächen ist der Anbau verschiedener Kulturen möglich, die teilweise auch beerntet und genutzt werden können. Gemäß EU-Vorgaben werden in Deutschland die folgenden ÖVF anerkannt:

  • Brachliegende Flächen
  • Landschaftselemente einschließlich Feldränder
  • Pufferstreifen
  • Streifen von beihilfefähigen Flächen an Waldrändern
  • Flächen mit Zwischenfruchtanbau oder Gründecke
  • Flächen mit stickstoffbindenden Pflanzen
  • Kurzumtriebsplantagen
  • Aufforstungsflächen
  • Terrassen
  • Agroforstflächen
  • Flächen mit Chinachilf/Miscanthus → ab 2018
  • Flächen mit Silphium (durchwachsende Silphie, Becherpflanze) → ab 2018
  • Für Honigpflanzen genutzte brachliegende Flächen (pollen- und nektareiche Arten) → ab 2018

Zu den Landschaftselementen zählen in Deutschland z.B. Hecken, Baumreihen, Feldgehölze, Feuchtgebiete und Einzelbäume. Nur Landschaftselemente auf Ackerflächen können als ÖVF genutzt werden.

Die verschiedenen Kulturen sind mit Gewichtungsfaktoren (GF) versehen. Je größer der Wert, desto größer ist sein Umweltnutzen → Stilllegung (GF=1), Zwischenfrüchte (GF=0,3), d.h.: 1 ha Stilllegung gleich 1 ha ÖVF, allerdings 1 ha Zwischenfrüchte nur 3.000 m² ÖVF.

Bitte beachten Sie: Flächen, auf denen Agrarumweltmaßnahmen (HALM) durchgeführt werden, können nicht gleichzeitig als ÖVF genutzt werden, hierfür sind weitere Flächen notwendig (Ausschluss von Doppelförderung).

Ökologische Vorrangflächen

Brachliegende Flächen (GF= 1,0)

Auf der Fläche darf während des Jahres, für das der Antrag gestellt wird, keine landwirtschaftliche Nutzung stattfinden. Aktive und passive Begrünung ist möglich. Allerdings kann ab dem 1. August des Antragsjahres mit der Aussaat einer Winterfrucht für das Folgejahr begonnen werden oder ab 1. August der Aufwuchs durch Schafe oder Ziegen beweidet werden. Als Mindesttätigkeit (muss vor dem 16.11. des Antragsjahres durchgeführt sein) gilt eine Mahd jährlich und das Abfahren des Mähguts oder das Zerkleinern und Verteilen des Aufwuchses auf der Fläche. Zwischen dem 1.4 und 30.6. ist kein Mähen/Mulchen erlaubt (CC-Bestimmung). Düngung und Pflanzenschutz sind nicht erlaubt.

Pufferstreifen, Feldränder, Streifen am Waldrand (GF=1,5)

Ab dem Antragsjahr 2018 gilt, dass sämtliche Streifenelemente mindestens 1 m breit und max. 20 m breit sein dürfen. Bei Überschreiten der Höchstbreite wird künftig die Fläche bis zu einer Breite von 20 m in der gewählten ÖVF-Kategorie anerkannt. Eine Beweidung oder eine Schnittnutzung ist zulässig (nicht innerhalb des Zeitraumes vom 1.4. bis 30.6.), sofern der Streifen weiterhin von der angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Fläche unterscheidbar ist. Pufferstreifen müssen nicht mehr zwingend an Gewässer angrenzen. Düngung und Pflanzenschutz sind nicht erlaubt. Selbstbegrünung oder Ansaat vor dem 01.04. ist möglich. Ab dem 1. August des Antragsjahres darf eine Aussaat oder Pflanzung, die nicht vor Ablauf des Jahres zur Ernte führt, vorbereitet und durchgeführt werden.

Achtung: Weitere Ausführungen zu den neuen Regelungen ab 2018 hinsichtlich Pufferstreifen, Feldränder und Waldrandstreifen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt der WIBank 2018.

Flächen mit Zwischenfruchtanbau oder Gründecke (GF= 0,3)

  1. Zwischenfruchtanbau mit Kulturpflanzenmischung

Zur Einsaat sind Kulturpflanzenmischungen (mind. 2 Kulturarten) aus Liste vorgegebener Arten vogeschrieben (Liste siehe Merkblatt der WIBank 2018), keine Art darf einen höheren Anteil als 60 % an den Samen haben. Nachweis durch amtliche Saatgutetiketten mit Rechnung bzw. Rückstellproben erforderlich. Aussaat bis spätestens zum 1.10. des Antragsjahres. Nach Ernte der Hauptkultur Verbot von Pflanzenschutz, mineralischem Stickstoffdünger und Klärschlamm. Organische Düngung ist möglich. Der Aufwuchs ist durch Beweidung mit Schafen und Ziegen nutzbar, Häckseln, Walzen oder Schlegeln sind ebenfalls zulässig. Bewuchs muss bis zum Ablauf des 15.2. des Folgejahres auf der Fläche bleiben. Im Folgejahr muss eine Hauptkultur folgen oder die Fläche in eine Brache überführt werden.

  1. Untersaat mit Gras oder Leguminosen

Achtung: Ab 2018 können die Untersaaten auch aus Gras-oder Leguminosenmischungen (z.B. Kleegras) bestehen. Keine Vorgaben bezüglich der zu verwendeten Gras- oder Leguminosenarten. Nach Ernte der Hauptkultur Verbot von Pflanzenschutz, mineralischem Stickstoffdünger und Klärschlamm. Organische Düngung ist möglich. Der Aufwuchs ist durch Beweidung mit Schafen und Ziegen nutzbar. Bewuchs muss bis zum Ablauf des 15.2. des Folgejahres auf der Fläche bleiben.

Stickstoffbindende Pflanzen (GF = 1,0)

Stickstoffbindende Kulturen, hier Lupine, werden ebenfalls als Greening-Maßnahme anerkanntVerwendung von zulässigen Arten laut Liste (Liste siehe Merkblatt der WIBank 2018), kein Pflanzenschutzeinsatz, Mischungen mit anderen Pflanzen sind ab 2018 zulässig, soweit Leguminosen in der Mischung vorherrschen. Nachweis durch amtliche Saatgutetiketten mit Rechnung bzw. Rückstellproben erforderlich. Nach der Ernte muss eine überwinternde Folgekultur – Winterkultur oder Winterzwischenfrucht – angebaut werden, die bis zum Ablauf des 15.2. des Folgejahres auf der Fläche bleibt. Das Beweiden des Aufwuchses, Häckseln, Walzen oder Schlegeln ist ebenfalls zulässig.

Achtung: Ab 2018 hat sich der Gewichtungsfaktor von 0,7 auf 1,0 erhöht.

Kurzumtriebsplantagen (GF = 0,5)

Achtung: Ab 2018 hat sich der Gewichtungsfaktor von 0,3 auf 0,5 erhöht.

Flächen mit Chinachilf/Miscanthus (GF=0,7) → neu ab 2018

Voraussichtlich Einschränkung bei Düngung und/oder Pflanzenschutzeinsatz ab 2019.

Flächen mit Silphium (durchwachsende Silphie, Becherpflanze) (GF=0,7) → neu  ab 2018

Voraussichtlich Einschränkung bei Düngung und/oder Pflanzenschutzeinsatz ab 2019.

Für Honigpflanzen genutzte brachliegende Flächen (pollen- und nektareiche Arten) (GF=1,5)  neu ab 2018

Vorgegebene Arten für Mischungen laut noch zu verabschiedender Liste (wird nach Verabschiedung im Bundesrat veröffentlicht), Nachweis durch amtliche Saatgutetiketten mit Rechnung bzw. Rückstellproben erforderlich, keine Nutzung des Aufwuchses, keine Beweidung, keine Düngung und kein Pflanzenschutz, Aussaattermin bis 31.5. des Antragsjahres. Ab dem 1. Oktober darf eine Aussaat oder Pflanzung, die nicht vor Ablauf des Jahres zur Ernte führt, vorbereitet und durchgeführt werden.

Achtung: Voraussichtliche Übergangsregelung für das Jahr 2018: Die Verwendung von Artenmischungen entfällt für das Antragsjahr 2018, d.h. es muss lediglich ein Pflanzenbestand von mindestens einer der zugelassenen Arten etabliert worden sein. Reinsaaten bestimmter Kulturen sind jedoch davon ausgenommen. Die Verordnung, mit der u.a. die konkreten Bedingungen für brachliegendes Land mit Honigpflanzen festgelegt werden, wird am 23.März im Bundesrat behandelt. Erst danach werden die abschließenden Bedingungen bekannt sein!

Hinweis:

Die vorstehenden Ausführungen erfolgen ohne Gewähr.
Zuständig für den Bereich Agrarförderung ist die WIBank 
Direktzahlungen
Bei Fragen wenden Sie sich an die für Sie zuständige Bewilligungsstelle.

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