Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

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Bauernhof als Klassenzimmer wird klimafreundlicher

Ende November nahmen 20 Landwirte und Landwirtinnen an der ersten Fortbildung im Rahmen des „Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025“ teil. Ziel ist es, dass bisherige Angebot für „Bauernhof als Klassenzimmer“ zu erweitern. Die Veranstaltung, die vom LLH Bildungsseminar Rauischholzhausen organisiert wurde, fand auf dem Naturland Biobetrieb
von Familie Vogel in Nidderau statt.
Der Klimawandel ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Die hessischen Landwirte leisten zukünftig im Rahmen des „Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025“ auf den Betrieben einen Beitrag zum Klimaschutz.Die Teilnehmer bekamen bei der Weiterbildungsmaßnahme Tipps und Anregungen, wie sie das Thema Klimaschutzzukünftig in Ihre Hofführungen mit einbeziehen können.

Frau Silke Bell vom Hessischen Kultusministerium und Frau Daniela Born-Schulze vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, kamen zunächst auf den Integrierten Klimaschutzplan und die Verbindung zum Bildungsangebot „Bauernhof als Klassenzimmer“ zu sprechen. Das Land Hessen hat im Austausch mit verschiedenen Interessensgruppen einen Maßnahmenkatalog entwickelt, wie klimaschädliche Emissionen vermieden werden können. Hierbei wurden 42 von 140 Maßnahmen als prioritär eingestuft, worunter auch die Bildungsmaßnahmen fallen.

Mit Hilfe der Landwirte und Landwirtinnen möchte die Hessische Landesregierung einen Beitrag zur Ernährungsbildung leisten, damit junge Menschen durch die Wahl von saisonalen und regionalen Produkten, sowie geringerer Lebensmittelverschwendung ein nachhaltigeres Ernährungsverhalten entwickeln. Landwirte, die z. B. Schulklassen und Kindergartengruppen Ihren Betrieb vorstellen und Ihr Angebot um das Thema Klimaschutz erweitern, sollen zukünftig im Rahmen des „Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025“ eine Förderung erhalten. Die Teilnahme an der neu entwickelten Fortbildung ist Voraussetzung für die Gewährung der Fördermittel. Gleichzeitig haben die Landwirte und Landwirtinnen die Möglichkeit Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen, um ihre Produktionsweise klimafreundlicher zu gestalten.

Die Landwirtschaft beeinflusst mit seiner Produktionsweise zu einem gewissen Teil den Klimawandel, ist aber gleichzeitig durch selbigen auch stark betroffen. Frau Dr. Miriam Bienau vom Hessischen Bauernverband ging u. a. auf die CO2 Quellen nach Lebensbereichen ein und stellte dabei heraus, dass ein verändertes Freizeitverhalten ein größeres Einsparpotential bietet als die Ernährung, die lediglich 14 % ausmacht. Den Schülern solle vermittelt werden, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu bevorzugen und gleichzeitig Speisen vermehrt selbst zu zubereiten, um klimaschädliche Gase zu reduzieren.

Frau Anja Neubauer, Beraterin beim LLH HeRo, ging auf die verstärkte Nutzung von Biorohstoffen ein. Im Mix der regenerativen Energien, bietet Biomasse die Möglichkeit Energie auch bei Abwesenheit von Wind und Sonne bereit zu stellen. Die Nutzung der Restenergie tierischer Exkremente, kann einen wichtigen Beitrag gegen die Erderwärmung leisten. Sie betonte, es gibt mehrere Optionen, wie Energie gewonnen werden kann. Dabei müsse allerdings verinnerlicht werden, dass jede einzelne auch Folgewirkungen nach sich zieht. Die methodischen Herangehensweise an das neue Themenfeld vermittelte Dr. Lars Paschold von der Levari GbR. Er sieht die Landwirtschaft als fächerübergreifenden Lerngegenstand. Bei einem Betriebsbesuch können Schülergruppen, durch das ansprechen aller Sinne, einen bleibenden Zugang zu einem neuen Thema erhalten. Mit seinem Vortrag bot er den Betriebsleitungen Anregungen, wie sie in Ihren Betrieben das „Bauernhof als Klassenzimmer“ klimafreundlicher gestalten können.


Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema „Bauernhof als Klassenzimmer“ finden Sie unter: BAK Hessen