Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Erwerbskombinationen

Nachlese – Pensionspferdehalter unterwegs in Baden-Württemberg

Die erste Exkursion der LLH-Interessengemeinschaft führte jüngst 25 Pensionspferdehalter aus Hessen in das benachbarte Bundesland Baden-Württemberg. Dort besichtigten sie unter der Leitung von Dr. Christiane Rittershaus verschiedene Pferdebetriebe mit besonders tiergerechten Pferdeställen.

Pensionspferde
Offenstall mit überdachtem Liege- und Fressbereich, Frickenhausen
Erste Station war der Burrishof der Familie Single in Frickenhausen. Auf diesem in dem wunderschönen Burristal gelegenen Hof werden Fjord- und Islandpferde gezüchtet, Pensionspferde gehalten und Reitunterricht gegeben. Fast alle Pferde werden in Gruppen gehalten und bekommen im Sommer Weidegang auf den großzügigen Wiesen direkt am Hof. Auch die eigenen Hengste stehen außerhalb der Decksaison in Kleingruppen. Die Reitpferde stehen in großzügigen Offenställen mit eingestreutem Liegebereich und einem überdachten Fressplatz zur Heufütterung. Dazwischen liegt ein großer asphaltierter Bereich, der den Tieren viele Bewegungs- und Spielmöglichkeiten bietet, andererseits aber auch arbeitswirtschaftlich schnell zu reinigen ist.

Pensionspferde
Lehrbereich des Versuchsgut Jungborn der HfWU Nürtingen
Anschließend besichtigte die Gruppe das Versuchsgut Jungborn des Fachbereichs Pferdewirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen. Prof. Dirk Winter und Prof. Peter Theobald führten die Besucher und erläuterten die Versuche, die hier insbesondere zur Fütterung durchgeführt werden. Anschließend gab es bei Kaffee und Kuchen noch die Möglichkeit, aktuelle Fragen zur Fütterung und Haltung gemeinsam zu diskutieren.

Pensionspferde
Hengststall auf dem Haupt- und Landesgestüt Marbach
Am nächsten Tag starteten die Teilnehmer früh morgens, um das Haupt- und Landgestüt in Marbach zu besichtigen. Genau wie in Dillenburg werden auch hier die Pferde in historischen Gemäuern gehalten. Beeindruckend waren die weiten Flächen und großen Laufställe, in denen die Stutenherden und Jungpferde gehalten werden. Auf der rauen Schwäbischen Alb herrschen perfekte Aufwuchsbedingungen für die Jungtiere. Auch die Hengste der besonderen Rassen „Alt-Württemberger“, „Schwarzwälder Fuchs“ und „Marbacher Araber“ wurden den Teilnehmern präsentiert.

Pensionspferde
Offenstall der Schulpferde des Reitclub Horkheim
Von Marbach aus ging es wieder zurück Richtung Norden nach Heilbronn-Horkheim. Der letzte Besichtigungsbetrieb hat seinen Schwerpunkt auf den Reitunterricht für Kinder gelegt. Vor sechs Jahren hatte ein Investor aus Horkheim diesen damals heruntergewirtschafteten Betrieb gekauft und die erst 28-jährige Absolventin der Pferdewirtschaft Stefanie Ziegler aus Nürtingen als Betriebsleiterin eingestellt. Ziegler führte die hessischen Stallbetreiber mit viel Power und Enthusiasmus über die inzwischen sehr beeindruckende Anlage, die die Ansprüche von Pferden und (Reitschul-)Kindern perfekt miteinander vereinbart. So werden fast alle 30 Schulpferde in einem großen Offenstall gehalten, aber gleichzeitig sind alle Wege und Utensilien so gestaltet, dass auch jüngere Kinder sich sicher zwischen den Pferden bewegen können. Gleichzeitig muss der Betrieb jedoch wirtschaftlich sein, so dass Ziegler immer wieder angehalten ist, den Betrieb und die verschiedenen Arbeitsabläufe zu „hinterfragen“ und zusätzliche Einkunftsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Vermietung der Reithalle und Schulungsräume an andere Organisationen, zu schaffen.

Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von den besichtigten Betrieben. Bereits beim gemeinsamen Abendessen und auf der Rückfahrt wurde diskutiert, welche Ideen auch auf den eigenen Betrieben umgesetzt werden können.

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