Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Anhaltende Regenfälle verunsichern den Markt

Aufgrund der anhaltenden Dauerniederschläge in weiten Teilen des Landes nehmen die Sorgen um die Weizenqualität zu. Beeinträchtigungen bei den Fallzahlen sind möglich.

Am Kassamarkt herrscht durch die häufigen Ernteunterbrechungen große Verunsicherung. Die Qualitäten beim Weizen scheinen nicht mehr sicher, mit jedem weiteren Tag ist ein Verlust der Fallzahlen zu erwarten. In der Folge halten sich die Handelspartner mit weiteren Abschlüssen zurück. Dessen ungeachtet haben die Exporte mit den Kursverlusten an der Matif wieder etwas angezogen. Ägypten hat einen Tender über 420.000 t Weizen ausgeschrieben, Jordanien sucht nach wie vor 100.000 t für den Import. Ein Teil der Ware dürfte aus Ursprüngen der EU kommen. Unklar ist allerdings, ob die erforderlichen Qualitäten von mind. 12,5% Protein am Ende auch geliefert werden können. Diese Unsicherheit trägt derzeit maßgeblich dazu bei, dass sich die Marktbeteiligten in Zurückhaltung üben.

Getreide im Zweifel einlagern

In der vergangenen Kampagne 2016/17 stiegen die Preise zunächst bis zur Ernte kontinuierlich an. Mit den Rekordernten in Russland, Australien und den USA gab der Weizenkurs an der Matif bis September jedoch um 30 EUR/t nach. Zu groß war der Mengendruck am Weltmarkt, die Risikoprämien wurden kräftig zurückgenommen. Erzeuger, die keine Vorkontrakte abgeschlossen hatten, weil sie von weiter steigenden Preisen ausgingen, mussten beträchtliche Verluste in die Bücher nehmen. Auch in dieser Kampagne ist nicht auszuschließen, dass während der Ernte ein Angebotsüberhang entsteht, der zu fallenden Preisen führt. Vieles steht und fällt mit den Qualitäten, die bislang noch nicht bekannt sind. Wenngleich die weitere Preisentwicklung noch unklar ist, sind die Landwirte derzeit gut beraten, einen Teil ihrer Ware einzulagern. Im Weizenexport könnten die Mengen an proteinreichen Partien am Jahresende knapp werden. Bis dahin dürfte Russland die Marktführerschaft übernehmen, denn nach Einschätzung von Experten dürfte Russland mit ca. 120 Mio. t Getreide die nächste Rekordernte einfahren. Sobald der Mengendruck aus dieser Destination nachlässt, könnten die Qualitätsprämien hierzulande deutlich anziehen und die Lagerrendite steigen. Auch Futtergerste ist in diesem Jahr ein aussichtsreicher Kandidat für die Einlagerung. Die Europäische Kommission schätzt die Gerstenernte in ihrer Juli-Prognose nur noch auf 57 Mio. t. Dies wäre gegenüber der Vorjahresernte (59,5 Mio. t) ein Minus von über 4%. Verantwortlich dafür sind die beträchtlichen Ernteverluste in Spanien (-40%).

Prognose

Für gute Weizenqualitäten dürften die Prämien noch deutlich ansteigen. Entscheidend wird sein, wie hoch die Ernten in anderen wichtigen Erzeugerregionen ausfallen. Nach den Zahlen des IGC ist mit einem Stock-to-Use Ratio von 33% noch immer eine komfortable Versorgung am Weltmarkt zu erwarten. Ein Großteil der Weizenvorräte (ca. 45%) lagert jedoch in den Silos der VR China und steht dem Weltmarkt nicht zur Verfügung. Hinzu kommt, dass der Lagerbestand in der EU mit 10,8 Mio. t in 2017/18 auf ein historisch niedriges Niveau fallen wird. Die Aussichten für Preisaufschläge am Jahresende sind vor diesem Hintergrund gut. Sofern Lagerkapazitäten zur Verfügung stehen, sollte ein Großteil der Ernte zu einem späteren Zeitpunkt vermarktet werden. Abwarten und Tee trinken!

 

Abb.: Weizennotierungen in EUR/t, Euronext Paris, September-Termin Quelle: www.barchart.com.

Abb.: Weizennotierungen in EUR/t, Euronext Paris, September-Termin Quelle: www.barchart.com.

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