Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Getreidemarkt: Weizenkurse im freien Fall

Seit September 2018 war der Weizenkurs relativ stabil in einer Range von 200 – 208 €/t. Nun wurde die wichtige Marke von 200 € nach unten durchbrochen.

 Jüngst war noch von einer gewissen Aufbrauchstimmung die Rede. Nachdem Russland die Exportmärkte über weite Strecken dominierte, gingen die letzten Ausschreibungen von Ägypten wieder an europäische Exporteure. Damit bekamen die Bullen an der Börse temporär Futter, was sich am Ende aber als kurzes Strohfeuer erwies. Inzwischen sind die Marktteilnehmer wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Der Weizenkurs setzt in Paris unterdessen seinen Abwärtstrend fort.

Russland übernimmt Preisführerschaft

Nachdem die Weizenpreise in Russland in Seehafennähe sprunghaft gestiegen waren, verlor russischer Weizen an Attraktivität. Bedingt durch den schwachen Rubel konnte Moskau die Inlandspreise jüngst aber wieder drastisch senken, wodurch erneut eine relative Vorzüglichkeit gegenüber EU-Ware entstand. Gleichwohl orderte Algerien kürzlich noch 600.000 t Weizen, der überwiegend aus Europa geliefert werden dürfte. Nachdem Saudi-Arabien jedoch gleichzeitig seine Ausschreibung aussetzte, hat sich die Stimmung unter den Händlern in der EU eher eingetrübt.

Chartanalyse zeichnet düsteres Bild

Inzwischen hat der Weizenkurs in Paris die 200 Euro-Marke nach unten durchbrochen. Aktuell notiert der Kurs immerhin noch auf einem Niveau von 195,50 €/t und konnte damit einen Teil der Verluste vom Vortag wieder gut machen. Sollte die Marke von 191 €/t nicht halten, wären charttechnisch sogar weitere Kursrückgänge bis 184 €/t möglich.

Keine Panikverkäufe!

Mit dem jetzigen Preisrutsch hatten viele Marktteilnehmer nicht gerechnet. Überreaktionen führen dazu, dass die Angebotsmenge weiter steigt und die Preise abermals nachgeben. Zugegeben: Der günstigste Vermarktungszeitpunkt ist erstmal vorbei. Die Mühlen geben vor, bis zur neuen Ernte bereits gut eingedeckt zu sein. Ob dies tatsächlich der Wahrheit entspricht, ist aber ungewiss. Ruhig bleiben und die jetzige Schwächephase abwarten, könnte eine mögliche strategische Option sein.

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