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Marktinformation

Exporte schleppend, Futtergetreide gefragt

Weder aus dem Export, noch von den Mühlen gehen derzeit preisstimulierende Impulse aus. Einzig die Futtermischer stützen den Markt mit Ihrer Nachfrage.

Der EU gelingt es in dieser Saison bislang nicht, im Weizenexport Akzente zu setzen. Russland ist mit einer Rekordernte von 83 Mio. t Weizen inzwischen zu einer Supermacht aufgestiegen und wird im laufenden WJ aller Voraussicht nach 33 Mio. t am Weltmarkt platzieren. Dies entspricht einem Plus von 19% gegenüber dem Vorjahr. Dabei spielen der schwache Rubel und die verbesserte Logistik den Russen in die Karten. Druck kommt aber nicht nur aus der Schwarzmeerregion, sondern ebenso aus dem Baltikum. Händler in Deutschland befürchten, dass die Defizite im Exporte kaum noch aufzuholen sind. Dies dürfte den Markt noch bis in das kommende Jahr hinein belasten. Der Erfassungshandel hofft daher auf eine entlastende Exportnachfrage.

Futtermischer stützen den Markt

Aus dem Export kommen derzeit keine preisstabilisierenden Impulse. Auch die Mühlen sind mit Vertragsware gut eingedeckt und signalisieren kaum Anschlussbedarf. Das Geschäft mit Brotgetreide verläuft daher in ruhigen Bahnen. Unterstützung für die Preise kommt aktuell einzig aus der Futtermittelindustrie. Durch das begrenzte Mengenangebot beim Körnermais wird in der jetzigen Situation zunehmend auf Futterweizen ausgewichen. Dies betrifft v.a. den Norden und Westen des Landes. Händler berichten, ihre LKW´s fuhren derzeit nicht etwa in die Verladehäfen nach  Hamburg oder Rostock, sondern in die Veredelungsregionen. Dies kommt zumindest den Preisen für Futtergetreide zugute. Für Futterweizen werden in vielen Regionen bereits höhere Preise aufgerufen. In Südoldenburg sind Preisaufschläge von ca. 2 EUR/t auf 174 EUR/t zu beobachten. Hessischer Futterweizen geht ab Hof mit 148 EUR/t in die Bücher und kostet damit ca. 1 EUR/t mehr als  in den Vorwochen. Auch Futtergerste bleibt gesucht. In den Veredelungsregionen werden für die Gerste gegenüber der Vorwoche mit 168 EUR/t etwa 2-3 EUR/t mehr gezahlt. In Hessen erzielt Futtergerste ab Hof derzeit einen mittleren Preis von 139 EUR/t. Einzelne Mitglieder unseres Realpreissystems CASH! meldeten sogar Verkaufspreise von 143 EUR/t. Durch den relativ hohen Inlandsverbrauch fließt stetig Ware ab. Allerdings sind die Handelsmengen in Hessen überschaubar. Im Gerstenexport kommen wegen des festen Euros zudem kaum Abschlüsse zustande. Dies könnte sich im Laufe der kommenden Monate jedoch ändern, da Australien in diesem WJ nach eigenen Angaben nur noch 5,8 Mio. t Gerste auf den Weltmarkt bringen wird. In der vergangenen Saison  exportierten die Australier noch 9,5 Mio. t auf den Weltmarkt.

Prognose

Sofern die Inlandsnachfrage der Futtermischer intakt bleibt und der Mengenstrom aus Australien nachlässt, sind weitere Preisaufschläge möglich. Damit ist allerdings frühestens im 1. Quartal 2018 zu rechnen. Die Preise für Gerste sind auf dem jetzigen Niveau aus unserer Sicht für die Vermarktung attraktiv. Zumindest Teilmengen für die Lieferung im Januar/Februar 2018 sollten jetzt auf den Markt gebracht werden. Beim Weizen sind vorerst keine deutlichen Preissignale zu erwarten. Erst wenn der Mengendruck aus Black Sea nachlässt, dürften wieder höhere Preise aufgerufen werden. Einen Preisrutsch dürfte es bis dahin aber nicht geben. Bei der Weizenvermarktung ist in der jetzigen Situation Zurückhaltung angezeigt. Temporäre Preisspitzen sollten Sie jedoch nutzen, um Teilmengen am Markt unterzubringen.

Weizenkurs, Euronet Paris, Fronttermin in EUR/t; Quelle: www.saatbau.com, Stand: 17.11.2017

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