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Getreide: Jetzt verkaufen oder einlagern?

Infolge der avisiert schwachen Getreideernte knackte der Weizenkurs in Paris gestern die Marke von 188 EUR/t. Einlagerungsgeschäfte könnten sich in dieser Saison lohnen.

In den vergangenen Jahren zeigte sich stets ein wiederkehrendes Muster: Nach einem Preishoch vor der Ernte fielen die Getreidepreise über mehrere Wochen, bis schließlich der Boden erreicht war und im Frühherbst eine Trendumkehr einsetzte. Dabei erholte sich der Futtergetreidemarkt häufig schneller als der Brotgetreidemarkt. Auch in dieser Saison 18/19 verbuchte der Weizenkurs vor der Ernte markante Kursgewinne, um mit Erntebeginn eine Konsolidierung einzuleiten. Was dann geschah, ist angesichts der schwachen Ernteprognose wenig überraschend: Die Unterstützungslinie hielt, der Weizenkurs schwenkte wieder in eine Aufwärtsbewegung ein. An der Matif konnte der Kurs gestern mit einem Plus von 2 EUR/t auf 188 EUR/t den nächsten Widerstand überwinden und damit sogar das Vorernte-Hoch von 185 EUR/t knacken. Mit der Preistransmission schlagen die Kursgewinne von der Börse zeitverzögert auf die Erzeugerpreise durch. Landwirte in Hessen berichten von Preisofferten in Höhe von 145 EUR/t für die Gerste zu Erntebeginn. Eine Woche später lagen die Kaufideen des Landhandels bereits bei 160 EUR/t. Gerste ist offenbar knapp und gesucht. Für den B-Weizen werden ebenfalls Preise um die 160 EUR/t aufgerufen, wobei größere Betriebe auch schon mal 170 EUR/t herausholen können. In unserer geschlossenen Benutzergruppe CASH! erzielte ein Betrieb für seinen A-Weizen jüngst sogar 198 EUR/t. Allerdings frei Verarbeiter Mills United in Recklinghausen. Die Kingsche-Regel (Kings-Law) besagt, dass naturbedingte Angebotsschwankungen zu überproportionale Preisänderungen führen. Demnach wäre in Europa aufgrund der avisiert schwachen Ernte von 299 Mio. t in dieser Saison mit kräftigen Preisaufschlägen zu rechnen. Diese kommen aber nur dann zum Tragen, wenn auch am Weltmarkt der Mengendruck nachlässt. Das USDA rechnet in 18/19 witterungsbedingt weltweit nur noch mit 2,56 Mrd. t Getreide. Damit sinkt der Lagerbestand gegenüber 17/18 um 54 Mio. auf 584 Mio. t. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass die Getreidepreise im Verlauf dieser Saison weiteren Spielraum nach oben haben.

Weizenkurs, Euronet Paris in EUR/t, September-Termin

Quelle: saatbau.com, Stand 20.07.2018

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