Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Noch weiter fallende Schlachtschweinepreise?

Bei den heißen Temperaturen wachsen die Mastschweine kaum noch und insofern ist das Angebot an Schlachtschweinen auch eher unterdurchschnittlich.

Die Nachfrage nach Schweinefleisch allerdings auch, aber nicht nur wegen der Hitze, sondern auch wegen der Hauptferienzeit. Die Viehhändler suchen Schweine, während die Schlachter nicht unbedingt jedes Schwein haben wollen. Eine ähnliche Situation zeigt sich auch in den Nachbarländern. Die „Rote Seite“ fordert sogar weitere Preissenkungen.

EU-Schweinepreise: Schlachtunternehmen drücken fast ausnahmslos in der EU auf die Preise. Die Situation ist überall gleich. Schlachtschweine sind knapp, doch die Nachfrage ist sehr verhalten. Die Preise geben überwiegend nach.

Es wird ein schlechtes Jahr für Schweineerzeuger

Während draußen heißeste Temperaturen herrschen, ist die Stimmung unter den Schweineerzeugern mehr als frostig und sie haben nur noch wenig Verständnis für das, was sich aktuell am Ferkel- und Schlachtschweinemarkt abspielt. In normalen Jahren fangen die Preise im Frühjahr und Anfang Sommer u.a. wegen beginnender Grillaktivitäten an zu steigen. Doch dieses Jahr ist alles anders. Trotz schönstem Grillwetter stagniert der Vereinigungspreis wochenlang auf dem sehr niedrigen Niveau von 1,44 und gibt jetzt in Folge bis auf 1,39 €/kg SG nach. Der Ferkelpreis sank proportional sogar noch stärker und hat jetzt mit einem Nord-West-Preis von aktuell 35 €/Ferkel ein Niveau erreicht, wo an Kostendeckung schon längst nicht mehr zu denken ist, höchstens an Verlustminimierung. Die Schlachthöfe scheinen in der jüngsten Vergangenheit die Preise zu diktieren. Sie erwähnen fortgesetzt die schlechten Fleischgeschäfte, eine aktuell ferienbedingte schlechte Inlandsnachfrage sowie einen schwierigen Export. Die Mäster können aktuell zwar gerade noch positive „Direktkostenfreie Leistungen“ erzielen, bewegen sich bezüglich des Gewinns jedoch in der Regel im roten Bereich. Die zuweilen desaströse Futtermittelknappheit in einigen Regionen aufgrund der Witterung und damit verbundenen Preissteigerungen verschärfen die Situation zusätzlich. Bei den Ferkelerzeugern sieht es dagegen noch schlechter aus, sodass inzwischen selbst größere Betriebe über einen Produktionsausstieg nachdenken. Sie sind auch stets das Schlusslicht in der Produktionskette. Sie können nicht, wie ein Mäster, bei schlechten Preisen den Stall leer stehen lassen und müssen es wohl oder übel akzeptieren, wenn der Mäster den Preisdruck, aufgrund schlechter Schweinepreise, auf den Ferkeleinkaufspreis abwälzt. Aber geht es jetzt überhaupt darum einen Schuldigen zu finden? Am Ende ist es das Gesetz von Angebot und Nachfrage, das in globalisierten Märkten zu einer effizienten Allokation und schonungslosen Auslese von Anbietern führt. Es ist davon auszugehen, dass wir mal wieder im Zuge des Schweinezyklus eine Marktbereinigung benötigen.

Tendenz:
Schlachtschwein: knapp behauptete Preise

Ferkelpreise: Stillstand nach starkem Preiseinbruch?

Das Ferkelangebot hat sich inzwischen verringert, aber der sehr niedrige Ferkelpreis führte zu keiner spürbaren Belebung der Nachfrage. Es teilweise werden am Spotmarkt Ferkel noch deutlich unter der Preisempfehlung gehandelt. Marktbeobachter gehen jedoch für diese Woche von unveränderten Preisen aus.

Tendenz:
Ferkel: unveränderte Preise

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen