Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Ölsaaten: Raps tritt auf der Stelle

Die Rapsnotierungen konnten ihr hohes Niveau der vergangenen Wochen nicht halten. Die erwarteten Soja-Rekordernten in Brasilien und Argentinien setzen den Ölsaatenkomplex unter Druck.

Inzwischen rechnen die Beamten des USDA in ihrer Projektion für Brasilien mit einer Sojaproduktion von 111 Mio. t bei einem globalen Lagerbestand von 87,4 Mio. t (+4,6). Damit wird die Versorgungssituation am Teilmarkt für Ölsaaten weltweit komfortabler eingeschätzt als zunächst erwartet. In der Folge gaben die Sojanotierungen zu Beginn des laufenden Monats kräftig nach und erreichten bei 937,75 Cents/bushel beinahe ihren tiefsten Stand seit 12 Monaten. Im Sog der Sojanotierungen verloren auch die Rapsnotierungen zunehmend an Boden. Am gestrigen Handelstag schloss der Raps an der Matif bei 397,75 EUR/t und hat seit seinem Jahreshoch im Monat Januar (427,75 EUR/t) somit fast 30 EUR/t verloren. Es sind aber nicht nur die schwachen Vorgaben vom Soja-, sondern auch die bärische Stimmung am Palmöl- und Rohölmarkt, die dem Raps Sand ins Getriebe streuen.

Die fundamentalen Eckdaten aus dem Sojakomplex und Palmölmarkt scheinen jedoch vorerst eingepreist zu sein. Infolgedessen pendeln die Rapspreise momentan eher seitwärts mit leichten Ausschlägen nach oben und unten. Am Hamburger Hafen bewerten Großhändler den Mai-Termin mit 400 EUR/t, während die neue Ernte franko Hamburg mit 364 EUR/t besprochen wird. Am hessischen Kassamarkt ging der Raps in dieser Berichtswoche durchschnittlich mit 378,12 EUR/t franko in die Bücher, wobei der Handel mit Raps der alten Ernte bereits weitgehend abgeschlossen ist. Die Preise sind daher eher nominell zu verstehen. Die neue Ernte wird zwar besprochen, Vorkontrakte kommen auf dem jetzigen Preisniveau aber bislang selten zum Abschluss. Insgesamt zeigt sich der Kassamarkt ins einem Verlauf etwas stabiler als der Terminmarkt. Dies dürfte u.a. dem Umstand geschuldet sein, dass die Versorgungsbilanz in Europa trotz hoher Importe aus Australien weiterhin eng bleibt.

Prognose

Die erwarteten Soja-Rekordernten in Südamerika sowie die bessere Verfügbarkeit von Pflanzenölen machen einen Kursausbruch nach oben aus jetziger Perspektive unwahrscheinlich. Vor dem Hintergrund der engen Versorgungsbilanz in der EU ist allerdings auch nicht zu erwarten, dass die Rapspreise am Kassamarkt ins Bodenlose fallen. Weitere Korrekturen nach unten sind möglich, die Fundamentaldaten legen in der Gesamtschau aber eher eine Seitwärtsbewegung bzw. Stagnation nahe.

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