Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Ölsaaten: Rapsmarkt erneut unter Druck

Die Hoffnung auf eine Trendwende am Rapsmarkt schwindet. Billiges Palmöl und die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA liegen wie Blei auf den Notierungen.

Dem Rapsmarkt scheint nach einer überraschenden Aufwärtsbewegung im Mai nun doch wieder die Luft auszugehen. Die schwachen Ertragsaussichten für die EU, eine drohende Missernte in Argentinien und steigende Palmölnotierungen hatten zuvor eine Hausse eingeleitet mit Kursen von über 364 EUR/t in der Spitze. Dieses vermeintliche Kursfeuerwerk entpuppte sich am Ende als ein Strohfeuer von kurzer Dauer. Druck kommt momentan von allen Seiten.

Hohe Lagerbestände an Pflanzenölen

Seit der Jahrtausendwende hat sich das weltweite Aufkommen an Pflanzenölen verdoppelt. Dabei waren die Produktionszuwächse beim Palmöl am stärksten. Von den 81 Mio. t Pflanzenölen, die in 2017/18 in den Export gingen, entfielen bereits über 60% auf das Palmöl. Mit geschätzten 72,5 Mio. t dürfte die Palmölproduktion laut USDA in 2018/19 erneut um knapp 3 Mio. t bzw. 4% zulegen. Der weltweite Lagerbestand an Pflanzenölen steigt damit um über 2 Mio. t auf 24 Mio. t. Keine guten Aussichten für das Rapsöl, das aufgrund der Preisvorzüglichkeit von Palm- und Sojaöl weiter an Wettbewerbsfähigkeit verliert.

Billiger Biodiesel aus Argentinien

Etwa 70% des Rapsöls fließen in der EU in die Biodieselproduktion. Aufgrund der Billigimporte von argentinischem Biodiesel aus Sojamethylester haben viele Werke ihre Produktion bereits gedrosselt bzw. eingestellt. Geschätzte 25 bis 40% des EU-Biodiesels werden aktuell durch Dumping-Importe verdrängt. Das belastet den Rapsmarkt erheblich.

Handelsstreit zwischen China und USA

Der Handelsstreit zwischen China und den USA verunsichert die Ölsaatenmärkte. Sollten die USA ihre Importzölle wie angekündigt durchsetzen, könnte China als Reaktion darauf seinen Sojabohnenimport drosseln. Das setzt die Sojabohne in Chicago unter Druck und zieht den Rapsmarkt mit nach unten.

Fazit

Eine nachhaltige Trendwende ist am Rapsmarkt momentan nicht abzusehen.

Abb.: Sojanotierungen, CBoT, Juli-Kontrakt in US-Cents je short-ton; Quelle: Saatbau.com

Abb.: Sojanotierungen, CBoT, Juli-Kontrakt in US-Cents je short-ton; Quelle: Saatbau.com

Wichtige Hinweise:

Die Inhalte dieses Artikels stammen aus Informationsquellen, die wir als vertrauenswürdig und zuverlässig erachten. Dessen ungeachtet können wir keine Gewähr oder Verantwortung für die Richtigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Dieser Artikel dient alleine Informationszwecken. Die von uns gemachten Aussagen und getroffenen Einschätzungen stellen unverbindliche Werturteile für einen bestimmten Zeitpunkt dar. Das unternehmerische Risiko beim Einkauf und der Vermarktung tragen Sie selbst.

Impressum

Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
Kölnische Str. 48-50
34117 Kassel

Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 213 079 671

Telefon                  +49 561 7299-0
Telefax                  +49 561 7299-220
Internet                  https://www.llh.hessen.de

Technische Umsetzung: Fachgebiet Informationstechnik

Telefon                 +49 561 7299-280
E-Mail                      informationstechnik@llh.hessen

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen