Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Paradoxon: Rückläufiger Schlachtschweinepreis bei knappem Angebot

Fortgesetzt geht das Angebot an Schlachtschweinen zurück, doch der Vereinigungspreis auch. Das ist eigentlich paradox, aber die „Rote Seite“ und insbesondere die großen Schlachthöfe erhöhten den Druck auf die VEZG.

Der Fleischabverkauf sei schleppend. Dies mag sicherlich an der ferienbedingten fehlenden Inlandsnachfrage und den mangelnden Impulsen aus dem Auslandsgeschäften liegen. In der vergangenen Woche wurden sogar weit unterdurchschnittlich wenig Schweine geschlachtet und zudem noch bei sinkenden Schlachtgewichten. Insgesamt läuft der Schweinemarkt im Süden deutlich besser als in Norddeutschland.

EU-Schweinepreise: In der Vorwoche war die Marktlage überwiegend unverändert bei zumeist stabilen Notierungen. Während in Dänemark und den Niederlanden die Notierungen nachgaben, konnten sie tourismusbedingt in Spanien und Italien ansteigen. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Preisrückgang der deutschen VEZG-Notierung auf die übrigen europäischen Notierungen auswirkt.

Ausnahmeregelung zur betäubungslosen Kastration männlicher Ferkel läuft Ende 2018 aus und es sind immer noch keine echten Alternativen greifbar

  1. Die Ebermast hat aus Fleischvermarktungsgründen nur relativ begrenzte Aufnahmekapazitäten. Zudem sind in jüngster Zeit die Auszahlungspreise für Eberfleisch mehrfach gesunken und die Masken schlechter und schlechter geworden, sodass nur noch sehr wenige Landwirte an der Ebermast festhalten. Der Großteil ist schon wieder ausgestiegen.
  2. Auch die Immunokastration scheint für Deutschland kein gangbarer Weg zu sein. Es ist zwar keine hormonelle Behandlung, doch die Angst der Schlachter, dass die Verbraucher es so interpretieren könnten ist zu hoch. Zudem belastet die zweimalige Impfung die Mast mit zusätzlicher Arbeit und Kosten.
  3. Spermasexing (Aussortieren der Y-Chromosomen) dauert immer noch zu lange und ist daher noch nicht technisch ausgereift.
  4. Bleiben also nur noch die chirurgischen Methoden zur Kastration unter Schmerzausschaltung, die jedoch allesamt auch keine zufriedenstellende Alternative sind:
  1. Die angebliche Schmerzausschalung mit Metacam ist nur eine Mogelpackung, da nach Professor G. Reiner hier der Schmerz unter der Operation nicht und der postoperative Schmerz nur geringfügig beeinflusst wird.
  2. Die Injektionsnarkose mit einer Mischung aus Stresnil und Ketamin darf nur vom Tierarzt angewandt werden. Außerdem sind die Tiere zu lange betäubt und es gibt noch zu viele Ausreißer. Von daher ist es auch keine Alternative.
  3. Die Inhalationsnarkose mit Isofluran scheint auch keine befriedigende Lösung zu sein. Zum einen ist Isofluran ein echter Ozonkiller sowie nicht ungefährlich für den Anwender und zum anderen ist die Schmerzausschaltung nur ungenügend.
  4. Bleibt nur noch die Lokalanästhesie als sogenannter vierter Weg. Diese Methode wird bereits in Norwegen und Schweden praktiziert und wurde jetzt auch in Dänemark zugelassen. Dieser Weg wird momentan favorisiert, da er auch ohne tierärztliche Begleitung vom Landwirt durchgeführt werden dürfte. Das Anästhetikum wird hierbei in den Samenstrang oder direkt in den Hoden appliziert. Hier muss aber äußerst exakt gearbeitet werden um eine befriedigende Schmerzausschaltung zu erzielen. Selbst dann kann es aber zu vergleichbaren Schmerzen und Unwohlbefinden führen, wie bei der Kastration ohne Betäubung.

Es bleibt festzuhalten, dass es immer noch keine echte Alternative zur betäubungslosen Kastration gibt und sie in der kurzen Zeit bis Ende 2018 wohl auch nicht mehr gefunden wird. Es kann von daher nur auf eine erneute Ausnahmegenehmigung gehofft werden, ansonsten könnte ein echtes Chaos entstehen.

Tendenz:
Schlachtschwein: stabile Preise

Ferkelpreise werden erneut fallen

Im Gegensatz zu der für diese Woche erwarteten stabilen Tendenz bei den Schlachtschweinen, werden die Ferkelpreise in laufenden Woche nachgeben. Grund ist, dass sich zeitverzögert die Rücknahme des Schlachtschweinepreises auf den Ferkelmarkt auswirkt. Die Nachfrage ist, auch erntebedingt, sehr verhalten. Viele Mäster lassen sich momentan mit der Neubelegung freier Stallplätze Zeit.

Tendenz:
Ferkel: erneut nachgebende Preise

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