Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

VEZG muss Vereinigungspreis zurücknehmen

Am deutschen Schweinemarkt fällt das Angebot schlachtreifer Schweine weiterhin knapp aus. Die angebotenen Stückzahlen werden problemlos vom Markt aufgenommen.

Angesichts der knappen Versorgung wären nach Einschätzung vieler Marktbeobachter eigentlich höhere Schweinepreise gerechtfertigt. Dessen ungeachtet haben die großen der Branche, darunter Tönnies, Vion, Westfleisch und Danish Crown, ihre Hauspreispolitik fortgesetzt und damit die VEZG gewissermaßen zur Rücknahme ihrer Preisempfehlung gezwungen. Aufgrund der Markt- und Preiserhebung der VEZG ergibt sich für den Zeitraum bis zum 20. Juni 2018 damit ein Vereinigungspreis von nur noch 1,44 Euro/kg SG und somit ein Minus von 3 Cent/kg gegenüber der Vorwoche. Wenngleich diese Abwärtskorrektur unverhältnismäßig erscheint, konnte die VEZG dem Preisdruck am Ende wohl nicht standhalten.

Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) berichtet, spiele sich am deutschen Schweinemarkt aktuell ein kleiner Handelskrieg ab. Dabei schlossen die Marktführer einen erfolgreichen Pakt für günstigen Rohstoff, um die schleppende Nachfrage am Fleischmarkt zu kompensieren. Tatsächlich lässt sich nicht von der Hand weisen, dass der Handel mit Teilstücken und Nebenerzeugnissen zuletzt deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Aber in einer Situation limitierter Stückzahlen und rückläufiger Schlachtgewichte einen solchen Preisdruck aufzubauen, dafür fehlt jegliches Verständnis.

Ferkelmarkt

Der hessische Ferkelmarkt zeigt sich vom Preisdruck am Schlachtmarkt noch erstaunlich unbeeindruckt. Das begrenzte Mengenangebot trifft auf eine stetige Nachfrage, temperaturbedingte Stockungen treten mit der Abkühlung in den letzten Tagen nicht mehr auf. Jedoch zeigen die Preisunsicherheiten am Schlachtschweinemarkt bereits Wirkung. Die VEZG hat für die laufende Woche für 200er-Partien nur noch einen Ferkelpreis von 43 Euro ausgelobt (- 2,00 Euro), was auch in der hiesigen Region zu weiteren Diskussionen über Preissenkungen führt.

Prognose

Mit den Preissenkungen dürfte es für die Händler schwieriger werden, die benötigten Mengen zu kontrahieren. Das Angebot an vermarktungsfähigen Schweinen bleibt übersichtlich, weitere Preisrücknahmen sind vorerst nicht zu erwarten. Demgegenüber dürften die Ferkelnotierungen mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung etwas nach unten korrigiert werden.

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