Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Ölsaaten: Rapskurse verlieren 14 EUR/t im Februar

Am Rapsmarkt ist derzeit kein Silberstreif am Horizont zu erkennen. Angesichts der schwachen Vorgaben vom Terminmarkt trüben sich die Aussichten sogar weiter ein.

Die Palmölnotierungen fielen in den vergangenen Tagen auf das niedrigste Niveau seit Jahresbeginn. Zum einen sind hierfür Wechselkursparitäten verantwortlich, denn der malaysische Ringgit kletterte jüngst auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Gleichzeitig wird die Palmölproduktion in dieser Saison gegenüber dem Vorjahr nochmals um 3 Mio. t auf 73,5 Mio. t zulegen. Dies verheißt nichts Gutes für den Rapsmarkt, denn Palmölmethylester hat im Rohstoffmix der EU-Biodieselproduktion aktuell einen Anteil von ca. 27 %. Mit den fallenden Kursen könnten die Biodieselhersteller ihre Faktorkombination zu Lasten von Rapsöl optimieren.

EU-Biodieselimporte auf Rekordniveau

Gemäß Einfuhrstatistik der EU-Kommission erfuhren die Biodieselimporte im Jahr 2018 mit 3,33 Mio. t eine Steigerung um 285 % (!). Von der Gesamtmenge stammten alleine 1,65 Mio. t aus Argentinien (VJ. 356.000 t) und 785.000 t aus Malaysia (Vj. 387.000 t). Diese Zahlen lassen eindeutig darauf schließen, dass die Warenströme mit dem Ende der Anti-Dumping-Zölle in Richtung Europäische Union umgelenkt wurden. Mit dem neuen Handelsabkommen zwischen der EU und Argentinien und der Entscheidung, US-Soja für die Biodieselproduktion zuzulassen, trüben sich die Aussichten für die Rapssaat weiter ein.

Vermarktung: trübe Aussichten

Derzeit dümpeln die Rapspreise in Hessen auf einem Niveau von knapp 345 €/t vor sich hin. Zwar ist dies ca. 10 €/t mehr als noch im Vorjahr; Anreize für eine Vermarktung lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Die deutlichen Preisrücknahmen im Februar sind zum einen mit den schwachen Vorgaben vom Terminmarkt zu erklären. Immerhin hat der Fronttermin im laufenden Monat genau 14 €/t verloren und notiert damit aktuell nur noch bei 358,25 €/t. Überdies belastet die zurückhaltende Nachfrage der Ölmühlen und der moderate Absatz von Ölschroten den Rapsmarkt. Mit dem reichlichen Angebot von Sojaschrot aus Argentinien und den geringen Erlösen im Rapsölgeschäft könnten die Rapspreise weiter fallen.

Kursverlauf Raps
Rapskurs, Euronext Paris, Mai-Termin in €/t; Quelle: www.saatbau.com, Stand 28.02.2019
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