Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation

Schlachthöfe setzten sich mit Hauspreisen durch

Da die Mengen an angebotenen Schlachtschweinen noch immer groß sind, hatten die großen Schlachthöfe mit ihrer Hauspreispolitik Erfolg und die VEZG senkte die Preisempfehlung auf das Hauspreisniveau von 1,30 €/kg SG.

Gleichzeitig fehlen Impulse aus dem Fleischhandel. Einige Marktteilnehmer sind aber der Meinung, dass damit die Bodenbildung abgeschlossen sei.

EU-Schweinepreise: Starke Verunsicherung durch Hauspreise in Deutschland – Notierungen geben nach. Der europäische Schlachtschweinemarkt stand in der vergangenen Schlachtwoche spürbar unter Druck. Fast alle Notierungen gaben mehr oder weniger deutlich nach. Keine Preisveränderung wurde aus Großbritannien gemeldet.

Wie wird der Vereinigungspreis für Mastschweine ermittelt?

Aus kartellrechtlichen Gründen dürfen derzeit nur nach Agrarmarktstrukturgesetzt anerkannte Erzeugerorganisationen eine Preisempfehlung für die Zukunft aussprechen. Inzwischen haben sich 48 von ihnen in der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) zusammengeschlossen. Seit kurzem sind auch Genossenschaften erlaubt. Von den 48 Mitgliedern sind 34 Preismelder für Mastschweine. Zusammen vermarkten sie derzeit 15,2 Mio. Schlachtschweine. Jeden Mittwoch um 14 Uhr wird der VEZG-Preis für die kommende Schlachtwoche abgegeben. Der Preis wird dabei folgendermaßen ermittelt. Alle aktiven Mitglieder ermitteln mittwochsmorgens ihr aktuelles Mastschweineangebot und überschlagen im Gegenzug die Nachfrage der Schlachthöfe. Bedingung ist dabei, dass jeder Melder mindestens an 3 verschiedene Schlachthöfe liefert. Somit kann er eine bessere Markteinschätzung bilden und zu einer realistischeren Preiseinschätzung kommen. Von allen Meldern werden in der Zentrale der VEZG, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Preiseinschätzungen gesammelt. Nun wird nach dem Median-Verfahren die höchst und die niedrigste Meldung weggestrichen und es wird so weiter verfahren bis nur ein Preis stehen bleibt. Das Median-Verfahren gibt allen Meldern ein gleichwertiges Stimmrecht, da die Preisfindung dann nicht stückzahlengewichtet ist. So wird vermieden, dass Erzeugergemeinschaften oder Genossenschaften mit hohen Stückzahlen bei der Preisfindung eine höhere Gewichtung haben. Beim Median-Verfahren gilt gleiches Recht für alle, egal ob groß oder klein und sehr hohe oder niedrige Preise werden nicht berücksichtigt, was bei einem arithmetischen Mittelwert nicht der Fall wäre. Der Medianwert wird dann der Preiskommission der VEZG vorgestellt. Diese besteht aus einer kleinen Anzahl ausgewählter Mitglieder der VEZG. Sie kann dann den letztendlichen Vereinigungspreis 1 ct/kg SG unter oder oberhalb des Medianwertes festlegen und hat somit das letzte Wort bei der Preisfindung. Die Kommission kommt jeweils mittwochs in einer wöchentlichen Telefonkonferenz zusammen. Diese wird wiederum von einem unabhängigen Marktexperten moderiert und kommentiert.

Erzeugerorganisationen, die gegenüber ihren Mitgliedern eine feste Bindung an den VEZG-Preis haben, kann eine Hauspreispolitik hart treffen, da sie dann die Differenz aus der „Portokasse“ zahlen muss. Im umgekehrten Fall kann es dazu kommen, dass Mitglieder von der Konkurrenz umworben werden.

Tendenz:
Schlachtschwein: stabile bis leicht schwächere Preise

Auch am Ferkelmarkt deutlicher Preisverfall

Die Ferkelpreise sind mit dem Mastschweinepreis in der letzten Woche deutlich abgefallen. Die Marktteilnehmer erwarten aber, dass sich der Preis nun auf diesem Niveau stabilisiert. Das verfügbare Angebot an Ferkeln ist durchschnittlich bis klein, während die Nachfrage der Mäster als mittel bis gering eingestuft werden kann. In Hessen konnte keine verhaltene Nachfrage aufgrund der Gülleproblematik mit ausgelasteten Güllelagerkapazitäten beobachtet werden.

 

Tendenz:

Ferkel: knapp behauptete Preise