Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Technik, Energie & Bauen

Getreide-Lagercheck

Bei der Nachreifung des erntefrischen Getreides, die bis zu acht Wochen dauern kann, besteht die Gefahr, dass es auch bei Getreidefeuchtegehalten von unter 14 % zu Kondenswasserbildung im Lager kommt. Dies geschieht vor allem bei zu warm eingelagertem Getreide, das nicht sofort auf unter 18° C herunter gekühlt wird.

Empfohlene Lagerfeuchte (nach MRI Detmold):

  • Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste 14%
  • Hafer 12%

Neben der Kornfeuchte spielt die Getreidewasseraktivität eine wichtige Rolle. Die „Wasseraktivität“ gibt an wie stark das innerhalb der Einzelkörner vorhandene Wasser „verfügbar“ ist. Bei einer hohen Verfügbarkeit wird das Wasser innerhalb der Einzelkörner verlagert und gelangt in die äußere Fruchtschale, das Getreide „schwitzt“. Dies führt zu einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit in den Hohlräumen zwischen den Körnern. Da feuchte Luft stets leichter als trockene Luft ist, steigt diese in die kühleren Bereiche innerhalb der Aufschüttung und kondensiert dort. Da die Kondensatbildung bei den kühleren, nicht schwitzenden Körnern stets mit einer Wärmeabgabe verbunden ist, steigen dort auch die Korntemperaturen. Von der Feuchtigkeits- und Wärmeübertragung durch Kondensatbildung profitieren Schädlinge und Mikroorganismen, aber auch die getreideeigenen Umsetzungsprozesse durch die Kornatmung;  es kommt zu Mengen- und Qualitätsverlusten.
Wichtig ist dabei auch die relative Luftfeuchte zu messen, da diese nicht mehr als 65 % betragen soll. Pilze und Staub bilden bei über 65% Luftfeuchte und Temperaturen über 15° C die Futtergrundlage für Milben und Staubläuse. Je nach Lagersystem kann eine Kühlung mit Frischluft, am besten mit einer um mindestens 7 °C kühleren Nachtluft mittels Gebläse erfolgen. Eine automatische Steuerung ist zu empfehlen. Diese misst die Temperatur im Stapel und in der Außenluft sowie die Luftfeuchte. Wenn morgens die Luftfeuchte ansteigt, wird das Gebläse automatisch abgestellt. Innerhalb von 14 Tagen soll die Absenkung der Getreidetemperatur auf ca. 15-18 °C beendet sein.
Es kann auch ein Kühlaggregat eingesetzt werden. Hier wird die zugeführte Luft technisch aufbereitet d.h. die Außenluft wird im Gerät auf einen Sollwert herunter gekühlt und danach entfeuchtet. Der Vorteil: dieses System ist unabhängig von der Außentemperatur- und Feuchte. Diese Aggregate gibt es auch zu mieten.

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