Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Ausbildung

Überbetriebliche Ausbildung

Die überbetriebliche Ausbildung (ÜA) unterstützt und erweitert die praktische Ausbildung im Betrieb. So können die Auszubildenden Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, die in ihrem Ausbildungsbetrieb aufgrund zunehmender Spezialisierung nicht optimal oder in ausreichendem Maße vermittelt werden können.

Im Ausbildungsbereich „Landwirtschaft“ werden in Hessen folgende ÜA-Maßnahmen angeboten:

Sie werden in der Regel von Ihrem Ausbildungsbetrieb zu den Kursen angemeldet. Insgesamt besuchen Sie fünf Wochen ÜA.

Folgende Kurse werden vom LLH am Landwirtschaftszentrum Eichhof in Bad Hersfeld organisiert:

Lehrgang pflanzliche Erzeugung

– empfohlen für das 2. Ausbildungsjahr –

Wann:
In den Monaten April bis Juli jeden Jahres finden die einwöchigen Lehrgänge „Pflanzliche Erzeugung“ statt.

Wer:
Es nehmen jeweils die zweiten Klassen der hessischen landwirtschaftlichen Berufsschulen mit Klassenstärken von 12-24 Schülern teil. Bei Bedarf bieten wir Kompaktlehrgänge für Nebenerwerbslandwirte zur Prüfungsvorbereitung nach § 45, Abs. 2.an. Außerdem können angehende Pferdewirte einen einwöchigen Grünlandlehrgang besuchen.

Wie:
Die Ausbildungskräfte vermitteln praxisnahe Fertigkeiten und Kenntnisse im Ackerbau und Grünland. Die Unterweisungen und Übungen finden in Kleingruppen mit maximal sieben Teilnehmern statt.

Wo:
Als Anschauungs- und Übungsflächen dienen die Grünland- und Ackerschläge des Landwirtschaftszentrums Eichhof, sowie die anliegenden hessischen Versuchsflächen.

Inhalte

Pflanzenbestimmung

  • Merkmale von Gräsern/Kräutern, Gräser/Kräuter erkennen/bestimmen, Wirkung und Wertzahlen der Pflanzen, Zeigerpflanzen, Giftpflanzen für Tierhalter sowie deren Vermeidung und Bekämpfung

Bodenkunde

  • Entstehung unserer Ackerböden, Bestimmung von Bodenarten, Funktionen des Bodens, Bodenleben, Humus, Bodendruck

Düngung

  • Nährstoffkreisläufe, Bodenproben, Bedarfsanalysen, Organische Dünger, Mineralische Dünger mit Einsatzmöglichkeiten, Lagerung und Einsatzzeitpunkte, Düngebedarfsermittlung verschiedener Früchte/des Grünlands, Düngeverordnung

Saatgut

  • Saatgutverkehrsgesetz, Qualitätsanforderungen an Z-Saatgut, Sortenbeschreibungen, Einsatzgebiete und Ansprüche an die Frucht, Keimprobe, Vorbereitung des Saatgutes, Beizverfahren, bodenbürtige und samenbürtige Pilze und Krankheiten

Aussaat

  • Bodenbearbeitung, Vergleich von Bewirtschaftungssystemen (z.B. pfluglose Bewirtschaftung), Bestanddichte, Aussaatstärken berechnen, Saatbeet der unterschiedlichen Früchte, Aussaattechniken

Ökologischer Landbau

  • Unterschiede und Besonderheiten gegenüber konventioneller Landwirtschaft, Betriebliche Voraussetzungen, Verbände, Vermarktungswege, Fruchtfolgen, Unkrautregulierung

Fruchtfolgen

  • Fruchtfolgebeispiele, Fruchtfolgekrankheiten, Verunkrautung, Schädlinge durch Fruchtfolgen beeinflussen, Zusammenhang zwischen Wirtspflanze und Schaderreger

Als Handreichung bekommen die Teilnehmenden Mappen mit dem Unterrichts- und Übungsmaterial. Diese Unterlagen werden von den Teilnehmenden als sehr hilfreich beurteilt und gern als Nachschlagewerk genutzt.

Lehrgang Nutztierhaltung

– empfohlen für das 3. Ausbildungsjahr-

Wann:
In den Monaten September bis März jeden Jahres finden die zweiwöchigen Lehrgänge „Nutztierhaltung“ statt.

Wer:
Es nehmen jeweils die 3. Klassen der hessischen landwirtschaftlichen Berufsschulen teil. Zusätzlich finden jährlich zwei Lehrgänge „Nutztierhaltung“ als Praktika für Studierende der Veterinärmedizin statt.

Was:
Im Kuh- und Jungviehbereich des Landwirtschaftszentrums Eichhofs vermitteln die Ausbildungskräfte Fertigkeiten und Kenntnisse im Bereich Fütterung und Haltung von Rindern. Die Teilnehmenden lernen zwei verschiedene Melksysteme kennen. Neben den täglichen Routinearbeiten liegt der Schwerpunkt auf der Tierbeobachtung. Im Sauen und Ferkelbereich lernen die Teilnehmenden die Routinearbeiten der Schweinehaltung unter dem Aspekt des „Tierwohls“ kennen.

Inhalte

Schwerpunkt Rinderhaltung

  • Praktische Arbeiten
    • Melken im Melkstand, Arbeiten am Melkroboter, Füttern, Einstreuen, Boxenpflege, Umstallen, Gesundheitsüberwachung und Tierbehandlung
  • Übungen und Unterricht
    • Geburt und Aufzucht, Grundlagen der Fütterung, Zucht und Haltungssysteme, Qualitätsmilcherzeugung, Melktechnik, Rindermast

Schwerpunkt Schweinehaltung

  • Praktische Arbeiten
    • Füttern, tägliche Tierversorgung, Umstallen, Impfungen, Tierbeobachtung und Behandlung kranker Tiere, Tiere wiegen
  • Übungen und Unterricht
    • Geburt und Aufzucht, Grundlagen der Fütterung, Züchtung und Mast, Tiertransporte, Tierwohl, Mast

Sämtliche Übungen und Arbeiten finden in Kleingruppen statt, so dass jeder Teilnehmer sich aktiv beteiligen kann und soll.
Sowohl im Rinder- wie im Schweinebereich werden die Ausbilder unterstützt von Fachkräften des LLH, FG 34.
Für den Lehrgang „Nutztierhaltung“ bekommen die Auszubildenden eine Arbeitsmappe mit den Unterrichts- und Übungsmaterialien. Diese Unterlagen werden von den Teilnehmenden als sehr hilfreich beurteilt und gern als Nachschlagewerk genutzt.