Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Landwirtschaftliche Fachschulen

22 Agrarbetriebswirte beenden zweijährige Ausbildung

In einem würdigen Rahmen wurden eine Absolventin und 21 Absolventen des Schuljahrgangs 2014 – 2016 der Fachschule für Agrarwirtschaft des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) in Fritzlar verabschiedet.

Die 22 jungen Leute im Bereich Landwirtschaft haben nun den Abschluss „staatlich geprüften Betriebswirt der Fachrichtung Agrarwirtschaft“ in der Tasche, ebenso haben sie die Zusatzprüfung „Ausbildungseignung“ bestanden. 12 der Absolventen konnten zusätzlich die Fachhochschulreife erwerben.

LLH-Fachschule in Fritzlar übergibt Abschlusszeugnisse

Ehrengäste beim Schulabschluss in Fritzlar: von links: Adolf Lux, Regionalbauernverband Kurhessen, Heidemarie Scharf, Landwirtschaftsminsterium, Ernst Gömpel VLF Ziegenhain; Michael Kraft, Agrartechnikerverband; LLH-Direktor Andreas Sandhäger; Wulf Rudat, Stadtrat Fritzlar; LLH-Schulleiter Dr. Lothar Koch; Norbert Klapp, Kreislandwirt Schwalm-EderLLH-Schulleiter Dr. Lothar Koch begrüßte neben den Absolventen, deren Familien und Lehrkräften auch zahlreiche Ehrengäste, wie den Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes (HBV) Karsten Schmal, Heidemarie Scharf als Vertreterin des Landwirtschaftministeriums, LLH-Direktor Andreas Sandhäger und weitere Vertreter des Berufsstandes.

Die Jahrgangsbesten von links: Schulleiter Dr. Lothar Koch, Christian Lüninger, Tim Hilgenberg, Florian Schwalm, Klassenlehrer Peter SieboldHBV-Präsident Schmal, selbst vor rund 30 Jahren Absolvent dieser Schule machte deutlich: „Aus Ihnen kann etwas werden.“ Fritzlar sei eine gute Adresse für Ausbildung, gut ausgebildete junge Leute seien wichtig für die Zukunft der Landwirtschaft trotz der gerade jetzt schweren Zeiten. „Das Lernen hört nicht auf, bis heute lerne ich täglich“, rief Schmal den Absolventen zu. Heidemarie Scharf vom Landwirtschaftsministerium verglich die Ausbildung mit einem Werkzeugkoffer, nur wenn das Wissen angewandt und genutzt wird, wird es ähnlich nützlich wie das Werkzeug im Werkzeugkoffer. Direktor Sandhäger dankte insbesondere den Lehrkräften für ihre engagierte Arbeit und auch den Absolventen. Denn die jungen Leute mussten sich zwei Jahre lang persönlich, fachlich und beruflich auf die vollschulische Ausbildung konzentrieren. Adolf Lux als Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Kurhessen machte deutlich, dass die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen stehe und appellierte an die Absolventen, dass sie eine Einheit als Familie bleiben sollten und die Dinge positiv betrachten sollten. Für Michael Kraft vom Agrartechnikerverband ist wichtig, dass die jungen Leute ihre im Klassenverband geknüpften Freundschaften erhalten, denn der Zusammenhalt in der Landwirtschaft ist unabhängig von der Betriebsform wichtig.

Die Absolventen der LLH-Fachschule für Agrarwirtschaft links die Absolventen, rechts das Kollegium der Schule in FritzlarBildhaft stellte Christian Lünninger als Vertreter der Absolventen die zweijährige Schulzeit dar. Er verglich den Schulbetrieb mit einem Mähdrescher, der am Ende das gedroschene Korn auswerfe. Auch die Schüler mussten durch manchen Dreschvorgang gehen, bevor sie am Ende fertige „Weizenkörner“ wurden. Jeder Schüler entscheidet nun selbst, ob er als Weizenkorn in den Futtertrog kommt oder veredelt wird.

Bevor Schulleiter Dr. Lothar Koch gemeinsam mit Klassenlehrer Peter Siebold die Zeugnisse austeilte, stellte er aus dem Buch die „Sieben Wege der Effektivität“ von Steven Covey wichtige Handlungsweisen für den eigenen Lebensweg dar. Dazu gehören u.a. Pro-Aktiv zu sein, am Anfang das Ende im Blick zu haben, das Wichtigste zuerst zu tun, nicht nur an den eigenen, sondern auch an den Gewinn der anderen zu denken, verstehen und verstanden werden, Synergien zu schaffen und immer wieder die eigene Säge zu schärfen. Koch schloss mit Worten von Albert Einstein: „Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben.“

Als Jahrgangsbeste wurden mit einem Geschenk Tim Hilgenberg aus Wenzigerrode (1,0), Christian Lüninger aus Welferode (1,5) und Florian Schwalm  aus Steina (1,7) ausgezeichnet.

Zitate

„Nicht die Stärksten oder Intelligentesten, sondern die Anpassungsfähigsten sind erfolgreich.“

HBV-Präsident Karsten Schmal zur Situation in der Landwirtschaft

„Es kann etwas aus Ihnen werden.“

Karsten Schmal, der die Schule in Fritzlar absolvierte und heute HBV-Präsident ist.

„Nicht jeder wird Bauernpräsident.“

LLH-Direktor Andreas Sandhäger als Erwiderung zu Karsten Schmal.

„Wenn man das Werkzeug in die Ecke legt, taugt es nichts. Anwenden und weiter nutzen!“

Heidemarie Scharf vom Landwirtschaftsministerium zum erlernten Wissen.

„Gut geführte Betriebe haben soziale, fachliche und methodische Kompetenzen und werden auch schwierige Zeiten überstehen.“

LLH-Direktor Andreas Sandhäger zur aktuellen Lage mit Blick auf den Abschluss.

„Das Erlernte wird nicht immer Gültigkeit haben.“

Adolf Lux zum Wandel in der Landwirtschaft.

„Der Zusammenhalt in der Landwirtschaft ist wichtig – miteinander statt gegeneinander.“

Michael Kraft, Agrartechnikerverband, zur Fragestellung konventionell oder ökologisch.

„Ich habe keine Zeit meine Säge zu schärfen, ich muss doch sägen.“

Dr. Lothar Koch zum Thema Innehalten und Synergien schaffen.

„Nur noch ich stehe zwischen Ihnen und dem Mittagessen.“

Absolvent Christian Lüninger zu seinem abschließenden Redebeitrag.