Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Anleitung zur Gefügebeurteilung des Ackerbodens im Feld

Das Verfahren soll helfen, den Bodenzustand zu beurteilen. Es geht nicht um eine bodenkundliche Standortaufnahme, sondern darum, mit einfachen, jederzeit verfügbaren Hilfsmitteln (z.B. Spaten, Kralle, Taschenmesser) eine Beurteilung des in erster Linie bewirtschaftungsbedingten Bodengefüges vorzunehmen.
Die Gefügebeurteilung steht nicht in Zusammenhang mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahme, sondern soll dem Landwirt helfen, der aus freien Stücken an einer besseren Kenntnis seines Bodenzustandes interessiert ist.

Die Liste stellte eine Hilfe dar, damit kein wichtiger Gesichtspunkt vergessen wird. Zum anderen wird damit der Beurteilungsweg in gewisser Weise standardisiert, was für eine Dokumentation und zeitliche Vergleiche zur Entwicklung eines Bodens unerlässlich ist. Beispielsweise kann so die Veränderung des Bodens beobachtet werden, die sich bei einer Umstellung von wendender auf nichtwendende Bodenbearbeitung im Verlauf von einigen Jahren ergibt. Wichtig ist dabei, den Boden in ähnlicher Jahreszeit, nach möglichst identischer Vorfrucht, in ähnlichem Feuchtezustand und in vergleichbarem Bearbeitungszustand zu beschreiben. Bewahren Sie daher Ihre Beurteilungsbögen für spätere Vergleiche auf!

Erklärung einiger Fachausdrücke

  • Einzelkorngefüge: z.B. Sand
  • Aggregate, aggregiert: „Zusammengefügtes“, „“zusammengefügt“, d.h. zusammenhängende, feste Bodenbrocken
  • kohärentes Gefüge: keine einzelnen Bodenbrocken erkennbar, Boden bildet eine einheitliche Masse (locker z.B. Löß oder fest, zusammenhängend z.B. Ton)
  • Makroporen: große, mit bloßem Auge leicht erkennbare Poren
  • Bröckelgefüge: ähnlich dem Krümelgefüge, jedoch gröber. Runde, unscharf begrenzte Bodenbrocken
  • Polyedergefüge: Brocken mit mehreren unregelmäßigen, scharfen Kanten
  • Prismengefüge: Brocken mit scharfen Kanten, senkrechte Struktur (vertikale Achse deutlich länger als horizontale) (häufig im Grund- oder Stauwasserbereich)
  • Plattengefüge: Flach gedrückte Bodenbrocken (horizontale Achsen deutlich länger als vertikale, kaum Hohlräume)
  • Reduktionszonen: Bodenbereiche, in denen Sauerstoff (= Luft) -mangel herrscht. Oft neben grau auch bläulich bis grünlich verfärbt.

Vorgehen auf dem Acker

Begutachten Sie zunächst die Bodenoberfläche von oben („Bodenoberfläche“). Machen Sie dann mit dem Spaten eine Grube von ca. 50 cm Tiefe. Stechen Sie die eine Wand noch einmal sauber von oben nach unten ab. Möglicherweise wurden durch den Spaten einige Aggregatübergänge und Poren etwas verschmiert. Beseitigen Sie diese Verschmierungsbereiche durch Nacharbeiten mit einer Kralle o.ä., bevor Sie die Begutachtung der Profilwand im Hinblick auf die drei Tiefenbereiche „Oberboden“, „Übergang Oberboden/Unterboden“ und „Unterboden“ vornehmen. Brechen Sie dazu in unterschiedlicher Tiefe auch einzelne Bodenbrocken aus der Wand und versuchen Sie, diese mit der Hand aufzubrechen. Beurteilen Sie auch die Durchwurzelung, Porung usw. im Inneren dieser Brocken.

Bewertung der Punktesumme (Beantwortung aller Fragen vorausgesetzt):

  • 13 bis 25 Punkte = günstig
  • 26 bis 45 Punkte = mittel
  • 46 bis 65 Punkte = ungünstig
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