Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Schwefeldüngung im Grünland

Die Rückläufige Schwefeldeposition macht sich nicht nur im Ackerbau bemerkbar, sondern wirkt sich auch auf die Schwefelversorgung von Grünland und damit auf Qualität und Ertrag des wichtigen Grundfutters aus. Gerade im Frühjahr hat der Einsatz mineralischen Schwefels daher seine Bedeutung.

Der Nährstoff Schwefel ist für die Bildung von Proteinen und somit auch für die Ausnutzung des zur Verfügung gestellten Stickstoffs von großer Bedeutung. Schwefelmangel führt auf Wirtschaftsgrünland zu Mindererträgen und verringerten Rohproteingehalten. Schwefel ist Bestandteil von Enzymen und Vitaminen und beeinflusst den Reinproteinanteil des Erntegutes. Für die Bildung der essentiellen Aminosäuren Methionin und Cystin ist Schwefel z.B. ebenso ein wichtiger Baustein und wirkt sich somit auch hier auf die Versorgung ihrer Tiere aus.

Das Stickstoff/Schwefel (N/S) Verhältnis in der Silage gibt Anhaltspunkte zur Schwefelversorgung im Grünland. Berechnet wird das Verhältnis, indem man den Stickstoff- (=Rohproteingehalt : 6,25) durch den Schwefelgehalt der Silage teilt. Optimal ist ein N/S-Verhältnis von unter zehn zu eins. Bis zu einem Verhältnis von zwölf zu eins ist weiterhin von einer guten Versorgung auszugehen, darüber beginnt latenter Schwefelmangel. Wird das Verhältnis weiter als 15 zu eins, ist mit deutlichen Ertrags- und Qualitätseinbußen zu rechnen. Die hessenweiten Analysen der Grassilage von 2017 ergaben für den 1. Schnitt ein durchschnittliches N/S-Verhältnis von 12,72:1. Für die späteren Erntetermine wird das Verhältnis enger und zeigt eine bessere Versorgung.

Dies lässt sich folgendermaßen erklären: Durch Wirtschaftsdünger wird dem Grünland oft ausreichend elementarer Schwefel zur Verfügung gestellt. Allerdings kann Schwefel von den Pflanzen meist nur in der Sulfat-Form aufgenommen werden. Für die Umwandlung braucht es Feuchtigkeit und Wärme was im Sommer kein Problem darstellt. Aber gerade für den ersten Aufwuchs ist oft nicht genug Schwefel pflanzenverfügbar. Dies begründet sich neben den niedrigen Temperaturen auch in der Auswaschung von Schwefel, welche durch Niederschläge beeinflusst wird und vor allem auf humusarmen, flachgründigen und leichten Standorten ein Problem ist. Deshalb empfiehlt sich eine mineralische Schwefelgabe im Frühjahr, gerne in Verbindung mit Stickstoff. Beide Nährstoffe ergänzen sich und werden gemeinsam benötigt und aufgenommen. Im Folgenden ist eine tabellarische Auswahl an Stickstoff-Schwefel-Düngern aufgeführt.

Auswahl unterschiedlicher Schwefeldünger (Gehalte in kg/100 kg Dünger)

Düngemittel N N-NO3 N-NH4 Amid N P2O5 K2O MgO S CaO
Stickstoffdünger
ASS 26 7 19 14 -51
SSA 21 21 24 -63
Entec 26 7 19 13 -51
Harnstoff (Urea – S) 38 38 7 -64
Piamon 33 10 23 12 -66
AHL mit Schwefel 28 7 7 14 5 -31
AHL mit Schwefel (Piasan) 24 6 6 12 3 -31
KAS mit Schwefel (z.B. Yara Sulfan,…) 24 12 12 6 -23

Der gesamte S-Entzug liegt bei drei bis fünf Schnitten zwischen 25 und 35 kg/ha. Schon eine mineralische Gabe von 10 – 20 kg S/ha zum ersten Aufwuchs kann den Bedarf bei regelmäßiger organischer Düngung decken, denn je Kubikmeter Milchviehgülle sind ca. 0,4 kg S enthalten. Bei relativ jungen Grasnarben und Ackergras ist ein etwas höherer Schwefelbedarf anzusetzen.

Wenn schwefelhaltige Stickstoffdünger eingesetzt werden, gilt es den Kalkwert zu beachten. Der Entzug von CaO ist vergleichsweise hoch und die Wirkung damit stärker versauernd als bei reinen Stickstoffdüngern. Auch Grünland benötigt eine regelmäßige Ausgleichskalkung, denn der Boden-pH-Wert ist ausschlaggebend für die Ausnutzung aller Nährstoffe.

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