Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Berufliche Weiterqualifizierung

Meisterausbildung Landwirtschaft

Gründe, einen Meister zu machen, gibt es viele!

Als Fach- und Führungskraft in einem landwirtschaftlichen Unternehmen müssen Sie umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten über Produktionstechnik, Betriebsführung, Management, Umwelt- und Verbraucherschutz sowie über rechtliche und soziale Zusammenhänge und besonders auch in der Mitarbeiterführung besitzen. Sie müssen den steigenden Anforderungen in der Betriebsorganisation und in der Unternehmensführung gewachsen sein und lernen, die möglichen Schwachstellen aufzuspüren, um betriebliche Verbesserungen durchführen zu können.
Mit der Meisterprüfung erwerben Sie die für die Ausbildung geforderte fachliche und die berufs- und arbeitspädagogische Eignung und können als Ausbilder/in Ihr Wissen an den Berufsnachwuchs weitergeben.

Wie bereite ich mich auf die Meisterprüfung vor?

Es gibt keine gesetzlichen Regelungen, wie sich Meisteranwärter/innen auf die Prüfung vorzubereiten haben. Jedoch ist der Besuch von Fortbildungsangeboten üblich und unbedingt zu empfehlen.

Die Meisterprüfungen beginnen jeweils im Turnus von zwei Jahren im Monat September (2016/2018/2020). Sie strecken sich über insgesamt 20 Monate.

Die umfassendste und intensivste Form der Vorbereitungsmöglichkeit bietet der Besuch der Einjährigen Fachschule für Wirtschaft der Fachrichtung Agrarwirtschaft im Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Alsfeld. In zwei Wintersemestern werden die wesentlichen produktionstechnischen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen vermittelt, die eine wichtige Basis für die Meisterprüfung darstellen.

Der Besuch einer landwirtschaftlichen Fachschule ist keine Zulassungsvoraussetzung, wird aber dringend empfohlen. Wenn Sie an einer Meisterprüfung interessiert sind, aber keinen Fachschulabschluss besitzen, sollten Sie gute betriebswirtschaftliche und produktionstechnische Kenntnisse besitzen und im Selbststudium sich weitere Informationen aneignen können.

Zur weiteren fachlichen Betreuung und zur Vorbereitung auf die einzelnen Prüfungsteile hat der LLH im Bildungs- und Beratungszentrum Alsfeld eine Arbeitsgemeinschaft für Meisteranwärter/innen eingerichtet. In 15 bis 20 eintägigen Veranstaltungen pro Jahr werden in Seminarform Intensivschulungen, Betriebserkundungen sowie Gruppen- und auch Einzelberatungen angeboten. Produktionstechnische und betriebswirtschaftliche Grundlagen werden hier nur noch vereinzelt vermittelt bzw. aufgefrischt. Im Hinblick auf die jeweiligen Prüfungsteile werden spezielle Probleme und Fragestellungen, die sich aus den Prüfungsanforderungen ergeben, erarbeitet.

Ergänzt wird die Vorbereitung durch einen einwöchigen Lehrgang „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ im Landwirtschaftszentrum Eichhof. Ein 8-tägiges Seminar in der Hessischen Landvolk-Hochschule in Friedrichsdorf widmet sich überwiegend Rechtsfragen (Erbrecht, Umwelt- und Baurecht, Kooperationsformen sowie Arbeits- und Sozialrecht).

Zulassungsvoraussetzungen zur Prüfung

Zur Meisterprüfung ist zuzulassen, wer

  • eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in dem anerkannten Ausbildungsberuf Landwirt/Landwirtin und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis oder
  • eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf und danach eine mindestens dreijährige Berufspraxis oder
  • eine mindestens fünfjährige Berufspraxis im Bereich der Landwirtschaft

nachweisen kann.

Zur Prüfung kann auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft machen kann, dass er Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Gliederung der Meisterprüfung

Die Meisterprüfung umfasst die folgenden Teile:

  • Produktions- und Verfahrenstechnik
  • Betriebs- und Unternehmensführung
  • Berufsausbildung und Mitarbeiterführung

In den drei Teilen sind u.a. folgende Prüfungsleistungen zu absolvieren:

  • Planung, Durchführung und Auswertung eines betrieblichen Arbeitsprojektes
  • Anfertigen einer betriebswirtschaftlichen Meisterarbeit
  • Beurteilung und Planung eines fremden landwirtschaftlichen Betriebes
  • Durchführung einer praktischen Arbeitsunterweisung

Anmeldung und Kosten

Die Anmeldeunterlagen stehen Ihnen hier als PDF-Dateien zur Verfügung. Alternativ können Sie sie beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen anfordern.

Die Anmeldung muss bis zum 15. Juni jedes geraden Jahres erfolgt sein. Die nächste Anmeldung ist in 2018 möglich.

Die Gebühren für die Zulassung zur Meisterprüfung betragen 500,- € und sind mit der Zulassung zu entrichten. Die Kosten für die Betreuung bzw. Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft belaufen sich auf 350,- € pro Jahr.

Nachfolgend finden Sie Formulare, Rechtsvorschriften und Hinweise.